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Kammerspiel mit einem bösen Hallervorden

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erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Auf einer Reise trifft der junge, russische Mediziner Nicolai in Deutschland auf die mysteriöse Holländerin Elise und verliebt sich sofort in sie. Die junge Frau leidet an Tuberkulose und lebt als Kurtisane in einem Hotel, das Sanatorium und Bordell in einem ist. Eine zarte Romanze bahnt sich zwischen den beiden an. Elises Vormund aber, ein eifersüchtiger alter Graf (Didi Hallervorden), schreckt vor keinem Mittel zurück, um die Beziehung zu verhindern. Er schlägt Elise brutal mit seinem Stock zusammen. Diese fleht ihren Geliebten deshalb an, sie zu vergessen. Nicolai muss weiterziehen, die unerfüllte Liebe zu der mädchenhaften Kranken zieht ihn jedoch magisch an.

Im Verlauf der Jahre kehrt er viele Male zu dem Hotel zurück. Wird es ihm gelingen, das todgeweihte Mädchen aus den Fängen des Bösewichts zu retten? "Das Mädchen und der Tod" ist ein Kammerspiel. Der Film greift mit dem Titelthema einen Archetypus der Kunst auf, der bereits in der Renaissance präsent war. Mit seiner elegischen Bildsprache wirkt er allerdings eher wie ein ländlicher Liebesroman aus der Romantik.

Dieser Eindruck wird noch durch die Musik verstärkt: Die Szenen sind weitgehend mit dahinplätschernden Klaviermelodien unterlegt. Der bekannte deutsche Komiker Dieter Hallervorden mimt den Bösewicht. Wenn man sich an die für ihn eher ungewohnte Rolle gewöhnt hat, steht sie ihm ganz gut.

Allerdings geht das Rezept des Films insgesamt nicht auf: Die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander bleiben flach. Ihr Konflikt weckt wenig Interesse, ihre Dialoge wirken schmachtend und die Figuren werden schließlich zu unglaubhaften Zerrbildern. Die Handlung der Romanze zieht sich so über mehr als zwei Stunden dahin wie ein Nebeltag mit Blick auf einen unergründlichen Abgrund.

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