Tödlicher Angriff in Lünen : Junge soll 14-jährigen Mitschüler in Gesamtschule getötet haben

<p>Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule im Einsatz. </p>
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Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule im Einsatz.

Der minderjährige Tatverdächtige wurde festgenommen. Ermittler einer Mordkommission suchen nach den Hintergründen der Tat.

shz.de von
23. Januar 2018, 11:49 Uhr

Lünen | Ein Schüler soll einen Mitschüler an einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen getötet haben. Der tatverdächtige 15-Jährige wurde am Dienstagmorgen festgenommen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Dortmund mitteilten. Die Ermittler gingen nach ersten Erkenntnissen nicht von einem Amoklauf an der Schule in Lünen aus.„Das ist, glaube ich, auszuschließen“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Heiko Artkämper.

Die Hintergründe der Tat an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule mit ihren fast 1000 Schülern waren zunächst unklar. „Zu der Art der Verletzungen des Opfers können wir derzeit noch keine Angaben machen“, hieß es. Der getötete Junge sei 14 Jahre alt gewesen.

Laut Polizei geschah die Tat am Dienstag um kurz nach 8 Uhr. Streifenwagen und Rettungskräfte seien alarmiert worden. Das Opfer aus Lünen soll ebenso wie der Tatverdächtige ein Schüler der Schule sein. Seelsorger betreuten Angehörige, Schüler und Lehrer.

Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Der Tatverdächtige sollte vernommen werden. „Im Moment laufen die Ermittlungen auf Hochtouren, warum das genau passiert ist, was genau passiert ist“, sagte eine Polizeisprecherin. Am Tatort werde nach Spuren gesucht, Zeugen würden vernommen.

Die Kollwitz-Schule ist eine von zwei Gesamtschulen in Lünen, einer Stadt am Rand von Ruhrgebiet und Münsterland. Nach Angaben der Stadtverwaltung besuchen 968 Schüler die Einrichtung. Die Schule hat mehrere Schwerpunkte. Neben einer musisch-künstlerischen Ausrichtung spielen Sprachen, Sport und naturwissenschaftliche, technische und mathematische Schwerpunkte tragende Rollen.

Zuletzt hatte der Kampf gegen Kinder- und Jugendkriminalität auch die Landespolitik bestimmt. Der frühere NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte ihn als „eine der wichtigsten Aufgaben der NRW-Polizei“ bezeichnet. Immerhin war 2016 jeder fünfte Straftäter jünger als 21 Jahre, die Zahl war im zweiten Jahr infolge wieder angestiegen.

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