Online-Voting : Jugendwort 2015: „Alpha-Kevin“ aus Liste gestrichen, „merkeln“ vorn

Das Wort „Alpha-Kevin“ wurde aus der Nominierten-Liste für das „Jugendwort 2015“ entfernt.
Das Wort „Alpha-Kevin“ wurde aus der Nominierten-Liste für das „Jugendwort 2015“ entfernt.

„Alpha-Kevin“ meint angeblich den „Dümmsten von allen“. Das wurde den Verantwortlichen dann doch zu diskriminierend.

shz.de von
26. Juli 2015, 13:50 Uhr

München | Das gab es noch nie in sieben Jahren: Der Langenscheidt-Verlag hat während der laufenden Online-Abstimmung zum „Jugendwort“ des Jahres einen Begriff aus der Nominierten-Liste gestrichen. Betroffen war ausgerechnet der vorübergehende Spitzenreiter, der Begriff „Alpha-Kevin“. Für die Bezeichnung, die den angeblich „Dümmsten von allen“ meint, rückte die Kreation „kirscheln“ nach (wie zwei Kirschen zusammenhängen, sich umarmen).

Das „Jugendwort des Jahres“ wird seit 2008 jährlich bestimmt. Jugendliche werden jedes Jahr dazu aufgerufen, auf www.jugendwort.de ihre Lieblingswörter einzureichen und zu diskutieren. Die Aktion ist eine Initiative der Langenscheidt GmbH in Kooperation mit der Jugendzeitschrift Bravo, dem Radiosender BR Puls, der Jugendzeitung YAEZ, der ProSieben-Sendung taff, dem Bundesverband Junger Medienmacher „Jungendpresse“ und dem Kinderprojekt „Die Arche“.

„Wir haben viel von euch gehört und spüren die persönliche Betroffenheit über die Auswahl von ,Alpha-Kevin'. Es lag uns fern, konkrete Personen zu diskriminieren“, schrieben die Veranstalter auf „jugendwort.de“ zu ihrer Entscheidung.

Bei der immer wieder diskutierten „Jugendwort“-Wahl wird bezweifelt, ob junge Leute wirklich so reden. Anregend oder lustig empfinden dennoch viele die zur Auswahl gestellten Begriffe. Wer will, kann in den kommenden Wochen mitabstimmen.

Zu den 30 nominierten Wörtern für das „Jugendwort 2015“ gehören „Discopumper“ (jemand, der nur trainiert, um im Club gut auszusehen), „Dia Bolo“ (hässliches Selfie), „Maulpesto“ (übler Mundgeruch), „bambus“ (cool, krass) oder „Smombie“ (Menschen, die wie gebannt mit dem Handy über die Straße gehen, Zusammensetzung von Smartphone und Zombie).

Vorne lagen am Wochenende nun Wörter wie „merkeln“ (Nichtstun, keine Entscheidung treffen, in Bezug auf Bundeskanzlerin Angela Merkel), „Earthporn“ (schöne Landschaft) und „rumoxidieren“ (chillen). Auch „Tinderella“ (für eine Frau, die exzessiv Online-Dating-Plattformen wie Tinder nutzt) war beliebt.

Die Jugendwörter der vergangenen Jahre:

2014 „Läuft bei dir!“ „Du hast es drauf!“
2013 Babo Boss, Anführer, Chef
2012 Yolo (You only live once) Aufforderung, eine Chance zu nutzen, Entschuldigung für falsches Verhalten
2011 Swag Lässig-coole Austrahlung
2010 Niveaulimbo Absinken des Niveaus, sinnlose Gespräche
2009 hartzen Arbeitslos sein, rumhängen
2008 Gammelfleischparty Ü30-Party
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