Rubjerg Knude Fyr : Jütlands bekanntester Leuchtturm kurz vor Sturz ins Meer

Der Rubjerg Knude Fyr ist nur noch acht Meter von der Nordseekante entfernt.
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Der Rubjerg Knude Fyr ist nur noch acht Meter von der Nordseekante entfernt.

Der Leuchtturm auf dem Rubjerg Knude ist nicht mehr zu retten. Bewahren will ihn die Kommune aber trotzdem.

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04. November 2017, 14:57 Uhr

Hjørring | Als das heute beliebte Ausflugsziel Rubjerg Knude Fyr mit vier Nebengebäuden im Norden Jütlands in der Dünenlandschaft bei Hjørring errichtet wurde, war die Nordseekante noch beruhigende 200 Meter entfernt. Aus den 200 sind seit 1899 nur noch acht Meter geworden. Die dänische Naturbehörde rechnet nun damit, dass die Ikone im maritimen Wüstenszenario, die täglich von etwa 1000 Touristen bestiegen wird, vielleicht schon im nächsten Jahr den Halt verliert und ins Meer stürzt.

Sobald die Küste sich auf fünf Meter angenähert hat, wird aus Sicherheitsgründen der Zugang zum Feuer geschlossen, berichtet der Dänische Rundfunk. Ein Wintersturm könnte schon ausreichen, sagt der Bürgermeister Hjørring Kommune, Arne Boelt. Es sei nur schwer, eine Jahreszahl festzusetzen, aber es sei jetzt Zeit zu handeln, sagte Boelt gegenüber DR. Die Naturbehörde als Eigner will dem Sturz ins Meer zuvorkommen und das Gebäude abbauen.

Die Kommune lässt ihrer Phantasie nun freien Lauf, was mit dem abgetragenen Turm geschehen soll. Denn sie will ihren wichtigsten Touristenmagneten unbedingt bewahren. Die Überlegung ist, den Turm weiter ins Land zu verlegen oder ihn auf einer Insel im Wasser zu lassen und mit einer Hängebrücke zu versehen.

Täglich wird der Rubjerg Knude Fyr von etwa 1000 Touristen bestiegen.
Götz Bonsen

Täglich wird der Rubjerg Knude Fyr von etwa 1000 Touristen bestiegen.

 

Der dynamische Sand der Düne Rubjerg Knude hatte dem Turm schon ab 1910 herum erheblich zu schaffen gemacht. Die Düne türmte sich irgendwann bis zu 50 Meter auf und machte den Turm vom Meer aus unsichtbar. 1968 gaben die Dänen den Kampf gegen den Sand auf. Seitdem ist der Leuchtturm außer Dienst. Inzwischen hat die Düne den Leuchtturm komplett hinter sich gelassen. Von den einstigen Wirtschaftsgebäuden sind nur noch Steine zu sehen, 2003 wurde beim letzten der Häuser das Dach abgenommen und dem Sand die Tür geöffnet.

<p>Reste der Nebengebäude.</p>
Götz Bonsen

Reste der Nebengebäude.

2015 wurde er schon im Angesicht seines kurzen Lebensherbstes noch einmal für Besucher freigegeben und mit einer Wendeltreppe versehen. Im letzten Jahr steckte die Kommune noch einmal 400.000 Euro in die Renovierung von Treppe und Glasprisma.

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