zur Navigation springen

Lutheran in Mecklenburg-Vorpommern : Jetzt auch Ermittlungen gegen angeschossenen Autofahrer

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach dem Schuss eines Polizisten auf einen unschuldigen Mann sind noch viele Fragen offen. Politiker fordern Aufklärung.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 15:51 Uhr

Schwerin/Hamburg | Im Fall der missglückten Polizeiaktion in Lutheran bei Parchim ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt auch gegen den von Beamten angeschossenen Autofahrer. Die Schäden an den Fahrzeugen deuteten darauf hin, dass der Mann versucht habe, eine Sperre aus zivilen Polizeifahrzeugen zu durchbrechen, teilte ein Sprecher der Anklagebehörde am Dienstag mit. „Die Ermittlungen werden auch zu der Frage geführt, ob der Beschuldigte dabei beteiligte Polizeibeamte verletzen wollte“, erklärte der Sprecher.

Es gibt viele offene Fragen und Ungereimtheiten: Der Einsatz erinnert an Horrormeldungen aus den USA. Bei einer Polizeikontrolle zieht der Beamte plötzlich die Waffe und schießt. Der Polizeieinsatz des Hamburger Mobile Einsatzkommando hat daher auch ein parlamentarisches Nachspiel.

Ein Hamburger Einsatzkommando hatte am Freitag mit seinen Autos den Wagen des Mannes eingekeilt. Die Beamten wollten einen verurteilten Gewalttäter festnehmen, der sich allerdings gar nicht in dem Fahrzeug befand. Schließlich schoss ein Polizist auf den Fahrer, der am Kopf getroffen und schwer verletzt wurde. Er verlor sein rechtes Auge. Gegen den Polizisten wird ebenfalls ermittelt.

Der Anwalt des Verletzten verwies auf das Automatik-Getriebe des Wagens. Möglicherweise habe sich das Auto nach dem Einkeilen noch weiterbewegt, sagte er. Dadurch sei einer der Beamten wohl davon ausgegangen, dass der Fahrer flüchten wolle, und habe aus wenigen Metern Entfernung durch die Seitenscheibe auf ihn geschossen.

Bei dem eigentlich Gesuchten handelt es sich um einen wegen Körperverletzung verurteilten Mann aus der Hamburger Rotlichtszene, der seine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten nicht angetreten hat. Nach Angaben seines Anwaltes will er sich in Kürze den Behörden stellen. Das Auto hatten laut Anwalt der verletzte Fahrer und ein Freund bei der Mutter des Gesuchten ausgeliehen.

Der Polizeieinsatz hat jetzt auch ein parlamentarisches Nachspiel. Die Linke fordert von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) Aufklärung über den Einsatz des Hamburger Mobilen Einsatzkommandos. Es gebe viele Ungereimtheiten, sagte der innenpolitische Sprecher der größten Oppositionsfraktion im Schweriner Landtag, Peter Ritter, am Dienstag. „Wir erwarten etwa Aufklärung darüber, womit dieser Einsatz begründet war“, sagte Ritter. „Herrschte Gefahr im Verzug?

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert