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"Prince of Persia" : Jerry Bruckheimers opulentes Wüstenepos

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Schlachten vor historischer Kulisse: Adoptierter Prinz gerät in einen Komplott und kämpft gegen seine Widersacher. Unterhaltsamer Blockbuster mit überraschender Wendung.

Mit ein paar Explosionen beginnen und sich dann langsam steigern - diese alte Hollywood-Regel passt perfekt zum Stil des Blockbuster-Produzenten Jerry Bruckheimer ("Pearl Harbor", "Fluch der Karibik"). In den letzten 20 Jahren lieferte er Kino- und TV- Erfolge am Fließband ab. Wenn einer den geldbringenden "Midas-Touch" hat, dann Bruckheimer, der einmal über sich gesagt hat, er sei im Transportwesen tätig - er befördere das Publikum von einem Ort zum anderen.
Diesmal geht die kurzweilige Reise zurück ins antike Persien, mit "Prince of Persia - Der Sand der Zeit" legt Bruckheimer ein opulentes, farbenprächtiges, kostümverliebtes, actiongeladenes Wüstenepos vor, mit einem Trommelfeuer von Kampf-Choreografien, Schlachtszenen, Sandstürmen, Degenfechtereien gleich von der ersten Minute an - Romantik, Liebe und große Gefühle kommen später. Eine Pauschalreise ist das nun wirklich nicht, auch wenn der Film nach dem gleichnamigen Videospiel in der Regie von Mike Newell ("Harry Potter und der Feuerkelch") schon sehr kalkuliert daherkommt.
Abenteuer im "Indiana-Jones"-Stil
Charakterdarsteller Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain") spielt den draufgängerischen Prinzen Dastan, der als Waisenkind vom gerechten König Sharaman (Ronald Pickup) adoptiert wird, an der Seite von dessen Söhnen Tus (Richard Coyle) und Garsiv (Toby Kebbell) aufwächst und nach dem Tod seines Adoptivvaters in ein mörderischer Komplott hineingerät. Wie passend, dass die ebenso smarte wie hübsche Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) den Helden nach Kräften unterstützt und mit ihren Reizen nur anfangs geizt.
Gyllenhaal, der mächtig für die Rolle trainiert hat, macht seine Sache nicht schlecht. Mit schmissiger Narbe auf der Wange und wehenden Haaren gibt er den etwas tumben Straßenjungen, der sich am liebsten mit seinen Soldaten prügelt, dann doch zu Höherem berufen fühlt und am Ende sogar die Welt retten muss. Newcomerin Gemma Arterton ("Kampf der Titanen") fungiert nicht als dekoratives Beiwerk, sondern entwickelt sich zur durchaus ebenbürtigen, selbstbewussten Gefährtin für ein Abenteuer im "Indiana-Jones"-Stil, dem etwas mehr Humor und Slapstick sicher ganz gut getan hätten. Es muss ja nicht gleich im puren Nonsens enden wie beim clownesken "Fluch der Karibik".
Problemlose Unterhaltung auf passablem Niveau
Für die lustigen Momente ist Alfred Molina als durchtriebener Scheich Amar zuständig - ein Schlawiner mit Turban, der mit funkelndem Goldzahn in Freibeutermanier seine Kamele ins Trockene bringt, am liebsten Straußenrennen organisiert und ansonsten gegen Bürokratie und Steuern wettert wie sonst nur die FDP. Den Gegenpart übernimmt Ben Kingsley, ein sehr geschmeidiger, um die listig blickenden Augen wunderbar geschminkter Erzschurke, der bis zuletzt mit Prinz Dastan um einen ominösen Dolch kämpft, mit dem sich die Zeit zurückdrehen lässt.
In über 100 Tagen Drehzeit, zum Teil im glühenden Sommer in Marokko, ist so ein Hightech-Märchen aus 1001 Nacht entstanden, das zwei Stunden problemlose Unterhaltung auf passablem Niveau garantiert. Ein Film wie ein Baukasten, in dem jedes Teil perfekt passt - der aber auch vorhersehbar bleibt und geheimnislos. Immerhin gibt es am Ende eine Wendung, die für diese Art von Blockbuster-Kino eher ungewöhnlich erscheint.
Die millionenschwere Karawane des Jerry Bruckheimer zieht indessen weiter. Im Herbst kommt sein Hokuspokus-Drama "Duell der Magier" mit Nicolas Cage und Monica Bellucci in die Kinos, und für 2011 ist bereits eine weitere Fortsetzung von "Fluch der Karibik" angekündigt.


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erstellt am 18.Mai.2010 | 05:56 Uhr

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