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Neuer Untersuchungsbericht : Jahrestag von Flug M370: Den Familien bleibt der Schmerz

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Für die MH370-Familien geht die Tortur der Ungewissheit ins zweite Jahr. Sie haben jetzt einen neuen Untersuchungsbericht, aber können die mehr als 500 Seiten Papier Licht ins Dunkel bringen?

Kuala Lumpur / Peking | „Nie aufgeben“ lautet der Schriftzug auf den langärmeligen weißen T-Shirts, die Angehörige der MH370-Passagiere am Sonntag in Peking tragen. „Wir wollen die Wahrheit!“ steht auf einem Plakat, und: „Papa, Du fehlst mir§, auf einem anderen, mit einer Kinderzeichnung von einer fröhlichen dreiköpfigen Familie.

Die Boeing war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Australien koordiniert die Suche nach dem Wrack rund 2000 Kilometer westlich der Stadt Perth im Indischen Ozean. Sie vermuten die Maschine in einem etwa 93 Kilometer breiten und 650 Kilometer langen Korridor. Gesucht wird mit ferngesteuerten Sonargeräten in teils 6000 Meter tiefem Wasser.


Für die Angehörigen ist der Jahrestag besonders schlimm. Sie haben 365 Tage Tortur hinter sich, wachen jeden Morgen aus einem nicht enden wollenden Alptraum auf. Auch die besten Unfallermittler der Welt haben ihnen noch keine Erklärung für das größte Rätsel der Luftfahrtgeschichte geben können. Was ist mit der Maschine passiert?

Vor dem Lama-Tempel in Peking weinen einige Angehörige, andere schwingen ihre Fäuste in Richtung der Polizisten. Sie wollen dort für ihre Lieben beten, aber die Sicherheitskräfte drängen sie und umstehende Reporter ab. „Ich will doch nur meine Tochter zurück“, ruft ein Mann verzweifelt, dann sackt er in die Arme seines Nachbarn. Die Polizisten wollten wegen der Jahrestagung des Volkskongresses keinen Menschenauflauf, sagen die Angehörigen.

„Sie fehlen uns. Wir lieben sie“, steht auf einer weißen Wand in der Airline-Akademie in Kuala Lumpur. Darüber ist eine Schleife gemalt, wie man sie von Gedenken an Opfer der Immunschwäche-Krankheit Aids kennt. Aber diese Schleife ist nicht rot, sondern in den bunten Farben der Malaysia-Airlines-Uniform. In der Akademie hat Malaysia Airlines 100 Angehörige der Crew-Mitglieder zu einem Gedenken versammelt. „Sie bleiben für immer in unseren Herzen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Tan Sri Md Nor Yusof.

Die Ermittler haben am Sonntag einen neuen Bericht vorgelegt. Darin ist jedes bislang bekannte Detail akribisch festgehalten: die technischen Daten der Maschine, die Erkenntnisse zum Seelenzustand des Piloten, Versuche der Fluglotsen, MH370 aufzuspüren. „Malaysia Drei Sieben Null - irgendwelche Nachricht von der Maschine?“ fragt die Flugaufsicht in Kuala Lumpur die Kollegen in Vietnam. Da ist es 3.48 Uhr, die Maschine ist seit mehr als zwei Stunden verschwunden. „Bis jetzt nichts“, ist die Antwort, immer wieder.

Mehr als 500 Seiten legen die Ermittler vor, jede Menge Stoff für die Angehörigen, die seit Monaten auf mehr Transparenz pochen. Nur Neues ist nicht dabei, es gibt keine Erkenntnisse, die die Suche nach der Unglücksursache weiterbringen. Das Rätselraten geht weiter.

Das Verschwinden der Maschine, die Qual der Angehörigen, all das machte an diesem Wochenende wieder Schlagzeilen. Ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit dürfte irgendwann die nächste Katastrophe rücken, doch für die Familien der MH370-Insassen geht die Tortur weiter.

So lange es kein Wrack und keine Erklärung für das Verschwinden der Maschine gibt, können viele das Leben nur aushalten, in dem sie sich an die irrationale Hoffnung klammern, ihre Lieben eines Tages wiederzusehen. Zhang Yonglis 34 Jahre alter Sohn war an Bord. „Er muss noch leben“, sagt der Mann, der jeden Tag am Flughafen von Peking auf Neuigkeiten wartet. „Ich weiß, dass er noch irgendwo da draußen ist.“

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erstellt am 08.Mär.2015 | 13:42 Uhr

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