Gleichberechtigung nach 40 Jahren : Iranischer Präsident will Stadionverbot für Frauen aufheben

Bald auch im Iran Normalität? Weibliche Fans bei einem internationalen Freunschaftsspiel ihres Landes.

Bald auch im Iran Normalität? Weibliche Fans bei einem internationalen Freunschaftsspiel ihres Landes.

Frauen im Iran dürfen Sportstadien nicht betreten. Der Präsident sucht nach einem Kompromiss für den Klerus.

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23. Mai 2018, 09:45 Uhr

Teheran | Der iranische Präsident Hassan Rohani will das Besuchsverbot von Frauen bei Sportveranstaltungen und Wettkämpfen lockern. Rohani forderte eine Aufhebung des seit fast 40 Jahre geltenden Stadionverbots für Frauen. „Im Islam gibt es zwischen Frauen und Männern keinen Unterschied (...), daher sollte Frauen auch erlaubt werden, an sportlichen Wettbewerben teilzunehmen“, sagte Rohani laut Medienberichten am Dienstag.

Rohani wandte sich damit gegen die Kleriker, die meinen, muslimische Frauen hätten besonders in Fußballstadien mit frenetischen männlichen Fans und vulgären Slogans nichts zu suchen. „Die Frauen können ja nicht bestraft werden, wenn Männer in den Stadien vulgäre Dinge schreien“, sagte Rohani. Er sieht die Aufhebung des Stadionverbots auch als eine gute Werbung für die Rolle der Frauen im Islam. Als praktische Lösung sehen Rohani und Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar Familientribünen in den Stadien. 

Frauen verkleiden sich als Männer

Ruhani und Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar versuchen seit längerem, eine auch für den Klerus akzeptable Lösung für das Stadionverbot der Frauen zu finden. Eine praktische Option wären nach Ansicht des Präsidialamts und Sportministeriums Familientribünen in den Stadien. Der erzkonservative Klerus lehnt jedoch auch diesen Plan ab. 

Frauen können daher besonders die wichtigen Fußballspiele wie lokale Derbys und WM-Qualifikationsspiele nicht im Stadion verfolgen. In den vergangenen Monaten kamen aber trotzdem immer wieder Frauen in die Stadien. Der Trick: Sie verkleiden sich als Männer.

(mit dpa)

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