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Gerüchteküche, Apple-Manie, iPhone 6 : iPhone-Jünger wittern die 6. Generation

vom

Am 9. September erwartet die Welt ein mediales Großereignis. Tim Cook präsentiert das iPhone 6. So vermuten es Apple-Fans. Wieder werden die Jünger in Schlangen vor den Läden stehen, um das neueste Modell zu bekommen.

Cupertino | Sobald es ein neues Modell gibt, stehen die Fans in Schlangen vor den Läden und prügeln sich um die begehrten Telefone und Tablets des kalifornischen Unternehmens Apple. Die Marke ist nahezu göttlicher Kult, allen voran das iPhone. Seit am 9. Januar 2007 die erste Generation des kleinen Smartphones das Licht der Welt erblickte - damals noch mit Steve Jobs als Technikhelden an der Spitze - steigt die Zahl der Fans der „designed in California“-Geräte.

Dabei produziert die Firma wie auch andere Smartphone-Hersteller Telefone, die sich technisch und optisch kaum mehr voneinander unterscheiden. Eine Neuveröffentlichung jagt die nächste und die Medien springen jedes Jahr bereits frühzeitig darauf an. Die Vorstellung des nächsten iPhone wird ein mediales Großereignis werden, Fans werden wieder vor den Läden campieren und die Konzernführung wird sich die Finger lecken - bis zum nächsten Jahr. Mittlerweile warten die Jünger des Apfels auf die sechste Generation iPhone.

Innerhalb von zwei Tagen wurde das erste iPhone damals 270.000 Mal verkauft. Zwei-Megapixelkamera, Touchscreen und 412Mhz-Prozessor steckten vor sieben Jahren in der edlen Glas-Alu-Hülle.

Der Verkauf der Nachfolgegeneration, dem iPhone 3G, startete am 11. Juli 2008 in Deutschland und vielen weiteren Ländern. Neben UMTS und GPS änderte sich nicht viel an den inneren Werten des Nachfolgers. Kritik erntete das Telefon wegen des zu schwachen Prozessors und fehlendem Arbeitsspeicher. Der Nachfolger ein Jahr später war das iPhone 3GS. HSDPA, eine verbesserte Kamera und ein stärkerer Prozessor sowie mehr Arbeitsspeicher stimmten die Fans der Marke wieder versöhnlicher. Das „s“ stand für „Speed“, also Geschwindigkeit, und konnte diese gegenüber dem Vorgänger auch deutlich zeigen. Stolz war auch der Preis. Ab 519 Euro war das Telefon in Deutschland zu haben.

Das iPhone 3G.
Das iPhone 3G Foto: dpa

Mit der neueren Technik stieg auch der Preis weiter an. Inzwischen Kult, kostete der Nachfolger des 3GS bereits 629 Euro. Das iPhone 4 wurde mit Spannung erwartet und war in Deutschland ab dem 24. Juni 2010 erhältlich. In nur zwei Tagen verkaufte sich das zum Dauerbrenner avancierte iPhone 1,7 Millionen Mal. Beim 3GS waren es „nur“ eine Million in drei Tagen. Die vierte Generation verpasste sich ein Facelift und technische Neuerungen. Fünf Megapixel in der Kamera und HD, mehr RAM, mehr Prozessorleistung sowie verschiedene Sensoren und Retina-Display. Es folgte am 14. Oktober 2011 eine überarbeitete Speed-Version zu gleichem Preis.

Mit Spannung wurde daher das iPhone 5 erwartet, dass am 21. September 2012 für sagenhafte 679 Euro in den Handel kam. Damals war es schon ein kleiner Rückschlag, als nach dem iPhone 4 erst eine überarbeitete Version erschien. Viele Fans zeigten sich enttäuscht von Apple, die es wagten kein neues Gerät auf den Markt zu bringen.

Mit dem iPhone 5s folgte ein Jahr später für 699 Euro gleich der nächste Streich in den Farben Grau, Silber und Gold. Gleichzeitig erschien auch eine günstigere Variante in einem Plastikgehäuse. Das iPhone 5c gab es für 599 Euro in Blau, Gelb, Pink, Grün und Weiß.

Soviel zur Vorgeschichte. Da das iPhone inzwischen fast jährlich in aktualisierter oder gar neuer Generation vorgestellt wird, spekulieren Medien und Fans seit langem über den Termin, an dem die sechste Generation - das iPhone 6 - vorgestellt wird. Tim Cook, seines Zeichens Apple-Chef, wird voraussichtlich am 9. September auf die Bühne treten und den Apfel-Jüngern bei einer eigens inszenierten Show ein neues Smartphone im Leichtmetallgehäuse zeigen.

Ob abgerundete Kanten oder doch eckig oder aber die Displaygröße: Im Vorfeld wurde viel spekuliert. Als sicher gilt jedoch, dass das iPhone wachsen wird. 4,7 Zoll sind drin (iPhone 5s: 4 Zoll). Eine Saphirglas-Mischung soll das künftig größere und feiner auflösende Display vor unerwünschten Kratzern oder gar der allseits unbeliebten „Spiderman-App“ (Glasbruch) schützen. Völlig begeistern soll auch eine geplante XXL-Version des iPhones. Das schreibt zumindest die Internetplattform „Chip“. Ein 5,5 Zoll-Riese ist Gerücht Nummer zwei nach der erwarteten Standardversion. Größerer Akku und 2-Ghz-Prozessortakt sind weitere Mutmaßungen für das neue Smarphone, das mit LTE, NFC und einer 13-Megapixel-Kamera die Apple-Kunden begeistern soll. Und das mindestens ein Jahr. Dann folgt vermutlich das iPhone 6s oder etwa doch das iPhone 7?

 

Im Internet tauchen immer wieder Bilder vom neuen Gerät auf.
Im Internet tauchen immer wieder Bilder vom neuen Gerät auf. Foto: Screenshot // gadgetmac.com

Vodafone und Telekom haben bereits einen Vorbestell-Service eingerichtet. Eins ist bislang jedoch klar: Der Preis wird nicht unter dem der Vorgänger liegen. Während zum Verkaufsstart vermutlich wieder die halbe Welt in einer Schlange vor einem Apfel-Shop steht, werden in Fernost sicherlich fleißige Arbeiter bei schlechten Bedingungen möglichst schnell die Millionen Geräte zusammenschrauben, die von den Fans heiß erwartet werden. Denn das Kult-Unternehmen steht seit langem immer wieder wegen schlechter Arbeitsbedingungen bei Zulieferfirmen oder mangelndem Umweltschutz in der Kritik. Auch der Datenschutz und der „App Store“ sind immer wieder Ziel von Kritikern, die Apple Missbrauch von kundenbezogenen Daten vorwerfen. Das bleibt allerdings nur eine Randnotiz - der Technik-Hype ist größer.

Und so wird dies die Fans der Marke alles wenig stören, letztlich ist es ja bei anderen Herstellern technischer Geräte ähnlich. Was Apple jedoch erreicht, ist die Schaffung einer Notwendigkeit. Das iPhone ist ein künstlich verknapptes Luxus-Konsum-Gut, das man einfach haben muss, schrieb schon die Süddeutsche in der Vergangenheit. Eingebrannt hat sich das Verlangen der Menschen - vor allem in den westlichen Industrienationen - nach immer neuen Modellen. Eine stetige Unzufriedenheit, die nur durch den Kauf neuer Güter befriedigt werden kann, ist inzwischen Normalität geworden. Apple will wirtschaftlich wachsen und nutzt dafür intelligente, psychologische Marketingstrategien, um seine Anhänger dazu zu bewegen, immer neue Geräte zu kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen. Das System funktioniert - ohne Skrupel, ohne Pause. Die Wirtschaft hat es geschafft, ein künstliches Verlangen zu erfinden, dass bei Apple fast zur Religion geworden ist - oder wie das Satiremagazin „Xtra 3“ befindet - zu einer Sekte. Und so wird auch 2015 wieder das iMurmeltier grüßen.

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von
erstellt am 22.Aug.2014 | 19:43 Uhr

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