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"Keep Surfing" : Interview - Drei Fragen, drei Antworten

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Björn Richie Lob, Regissseur des vielgelobten Films, erzählt wie er nach München gekommen ist und Teil der Surfer-Gemeinde wurde.

Björn Richie Lobs Kinodebüt "Keep Surfing" hat schon Furore gemacht, bevor es überhaupt in die Kinos kommt. Es gewann den Zuschauerpreis beim Münchner Filmfest 2009, wurde Anfang Mai von einem internationales Publikum in New York gefeiert und bewegte das Land Bayern zu einer ungewöhnlichen Schenkung. Lob (35) porträtiert sechs passionierte Surfer vom Eisbach in München, dem deutschen Mekka des Flusswellenreitens.
Das Münchner Rathaus war an "Keep Surfing" so interessiert, dass es Lob um eine Sondervorstellung für den Bürgermeister und die Stadträte noch vor dem Kinostart bat, wie der Regisseur in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa sagte. Seine 91-minütige Dokumentation kommt am 20. Mai in die deutschen Kinos.
"Ich sah den Eisbach und war total überwältigt"
"Sie haben mehr als zehn Jahre an dem Film gearbeitet. Wie kam es dazu?"
Lob: "Es ist sogar schon zwölf Jahre her, dass mich ein Freund nach München rief, um mir den Fluss zu zeigen, auf dem man surfen kann. Ich sah den Eisbach, war total überwältigt und beschloss, nach München zu ziehen. Zur gleichen Zeit begann ich meine Karriere als Filmemacher. Vorher war ich Elektriker. Ich glaubte, die stehende Welle vom Eisbach näher und besser auch aus der Tiefe aufnehmen zu können, als es im Meer möglich ist. Also machte ich ein Video. Die Eisbach-Surfer fanden es gut, aber sie wollten keine Werbung - aus Angst vor zu viel Betrieb und Kommerzialisierung. Es gab damals eine goldene Regel: Runter vom Brett, wenn ein Kameramann oder Fotograf kommt. Aber ich war einer von ihnen. Ich machte weiter Aufnahmen und irgendwann akzeptierten sie es. Natürlich hatte ich kein Studium im Filmemachen absolviert. So fragte ich mich durch und traf auf Tobias N. Siebert ("Die Geschichte vom weinenden Kamel"). Er wurde unser Produzent. Schließlich gelang es uns auch, über Filmfonds an Geld zu kommen."
Wie hat sich Ihr Film denn auf den Eisbach ausgewirkt?
Lob: "Der Fluss gehörte dem bayerischen Staat. Der wollte nicht, dass das Surfen offiziell erlaubt wird und hat den Abschnitt im Englischen Garten deshalb der Stadt überschrieben. Der Bürgermeister von München will Surfen zulassen und hat inzwischen auch schon einige Verbotsschilder entfernen lassen."
"Keep Surfing" hatte seine internationale Premiere beim Tribeca Filmfest in New York. War es ihnen wichtig, zu einem der größten Festivals in Nordamerika eingeladen worden zu sein?
Lob: "Die Tribeca-Veranstalter haben unseren Film ausgewählt, als er noch nicht einmal englische Untertitel hatte. Keiner von ihnen ist ein Surfer und trotzdem fanden sie ihn toll. Das kommt, weil es in "Keep Surfing" darum geht, wie man ein ausgefülltes Leben führt. Ich habe von den Zuschauern in New York oft gehört: "Ich fange jetzt auch an zu surfen." Die Hauptpersonen im Film haben es geschafft, ihr Leben um den Sport herum zu arrangieren. Sie haben die Balance zwischen ihrem Spaß beim Wellenreiten und den Erfordernissen des Lebens. Das vor allem wollte ich rüberbringen. Mein Film ist für Leute in den 20ern, von 25 oder sogar noch mehr Jahren. Er hat Tempo, viele Schnitte und laute, ansprechende Rockmusik, Surfmusik. Keine Chance, dass man sich langweilt."

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erstellt am 18.Mai.2010 | 05:14 Uhr

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