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Internet-Bezahlsystem für Geldwäsche genutzt

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shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 03:59 Uhr

New York | Kriminelles Geld sucht sich Oasen im Internet: Ein Online-Bezahlsystem mit Sitz in Costa Rica soll Dreh- und Angelpunkt für einen der größten Geldwäsche-Ringe aller Zeiten gewesen sein. Über den Dienst Liberty Reserve seien mehr als sechs Milliarden Dollar (4,7 Mrd. Euro) aus kriminellen Machenschaften geflossen, erklärte die New Yorker Staatsanwaltschaft am Dienstag. Sie hatte die Ermittlungen in 17 Ländern koordiniert.

Das System habe es Kriminellen auf der ganzen Welt ermöglicht, anonym und nicht nachverfolgbar Finanztransaktionen abzuwickeln. Die New Yorker Staatsanwaltschaft zählte als Delikte Kreditkarten- und Anlagebetrug, Identitätsklau, Computereinbrüche, Kinderpornografie und Drogenhandel auf. In einer gemeinsamen Aktion machten die Behörden aus den verschiedenen Ländern den Dienst dicht, 45 Bankkonten wurden eingefroren. Die Polizei nahm den Firmengründer und vier weitere Personen in Spanien, Costa Rica und New York fest.

Nutzer konnten über den Internetdienst und zwischengeschaltete Wechselstuben ihr echtes Geld in eine Kunstwährung namens "LR" tauschen. Die ließ sich dann innerhalb des Systems komplett anonym überweisen und am Ende ebenfalls bei Wechselstuben wieder in echtem Geld auszahlen. Nach Angaben der US-Justiz soll die Firma mehr als eine Million Kunden gehabt haben.

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