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Tornados in Deutschland : Interaktive Karte: 2016 schon fünf bestätigte Tornados in SH

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Über 30 Verdachtsfälle, über zehn bestätigte Tornados bis Juni und viele Hinweise in den vergangenen Tagen. Der Tornado-Überblick.

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erstellt am 07.Jun.2016 | 12:47 Uhr

Flensburg | Etwas über 50 Fälle sind es bereits in diesem Jahr, die Wetterexperte Thomas Sävert von „tornadoliste.de“ bislang gesammelt hat. Darunter 14 bestätigte Tornados und 37 Verdachtsfälle. Das Problem: Angesichts zahlreicher bestätigter Tornados in Schleswig-Holstein in den vergangenen Tagen und über 50 neuer Verdachtsfälle in der ganzen Republik kommt der Tornadoexperte momentan nicht hinterher.

In Schleswig-Holstein haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Tornados für Aufsehen gesorgt. Bei Jübek und in Nordfriesland fotografierten und filmten zahlreiche Menschen die Windhosen. Anders als häufig angenommen kommen Tornados nicht nur in den USA vor, sondern auch in Deutschland. Die Gefahren sollten auch hierzulande nicht unterschätzt werden.

shz.de hat in einer Karte die bisher in Deutschland aufgetretenen Fälle zusammengetragen.

Die Karte erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Mit dem Baumsymbol werden die Verdachtsfälle markiert. Hier ist unklar, ob zum Beispiel ein fotografierter Funnel (Trichterwolke) Bodenkontakt hatte. Kann dies bestätigt werden, hat es sich in dem Fall um einen Tornado gehandelt. In anderen Fällen deuten Indizien und Schäden auf einen Tornado hin. Auch Gewitterfallböen (Downbursts) können ähnliche Schäden anrichten wie ein Tornado. Das Ausmaß der Schäden variiert bei den Fällen 2016. Mal gab es keine, in anderen Fällen wurden zum Beispiel Dächer abgedeckt oder Bäume umgeknickt. Die in der Karte als plausibel klassierten Vorfälle sind mit ziemlicher Sicherheit Tornados. Hier deuten Zeugenaussagen, Schadensmeldungen oder Wetterdaten auf eine Windhose hin.

Wie werden Tornados klassifiziert?

Bis heute werden Tornados in der Regel in fünf Kategorien eingeteilt, die 1971 von Dr. T. Theodore Fujita entwickelt wurden. Die Schadenskala beschreibt Windgeschwindigkeiten und deren Schadensausmaß.

F0 (63-117 Stundenkilometer), schwach, Äste brechen. Dachziegel werden abgedeckt

F1 (118-183 Stundenkilometer), schwach, Bäume werden entwurzelt, Dächer abgedeckt

F2 (184-255 Stundenkilometer), stark, alle Bäume stürzen um, es gibt erste Mauereinstürze

F3 (256-334 Stundenkilometer), stark, erste Häuser stürzen ein, Autos werden fortgeweht

F4 (335-420 Stundenkilometer), verheerend, Es entstehen Totalschäden, Bäume werden entrindet

F5 (größer 420 Stundenkilometer), verheerend, völlige Zerstörung und Verfrachtung findet statt.

 

Die Torro-Skala (T-Skala) wird in Europa häufig verwendet. In Kategorien von T0 bis T10 wird die Intensität eines Tornado angegeben. Sie gibt allein die Windstärke in Stundenkilometern wieder. T0 entspricht hierbei Beaufort 8, 61-87 km/h.

Meiste Fälle in 2016

In Schleswig-Holstein wurden von tornadoliste.de für 2016 bereits neun Fälle registriert, davon sind fünf als Tornados bestätigt. Auch in Baden-Württemberg wurden neun Verdachtsfälle registriert. Von neun Verdachtsfällen in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen konnten zwei bestätigt werden.

Schnelle Fakten zu Tornados in Deutschland

  • Hauptsaison ist von Mai bis September, aber auch im Winter sind Tornados möglich.
  • Hauptzutaten sind Schauer-/Gewitterwolken, starke Aufwinde, ausreichend Feuchtigkeit.
  • Tornados können so stark wie in den USA werden, treten aber meist kleinräumig und vereinzelt auf.
  • F2-Tornados treten jährlich bis zu fünf Mal auf, F3-Tornados alle zwei, F4-Tornados alle 20 Jahre auf.
  • Ein F5-Tornado ist ein Jahrhundertereignis. Zwei solcher Fälle sind in Deutschland bekannt.
  • „Mini-Tornados“ gibt es nicht. Entweder handelt es sich um einen oder nicht.
  • Tornadowarnsystem: Der Verein „Skywarn“ unterstützt die Unwetterzentrale und den Deutschem Wetterdienst (DWD)
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