Korruptionsskanal in Spanien : Infantin Cristina soll Schadenersatz leisten

Infantin Cristina soll 600.000 Euro Schadenersatz zahlen.  
Infantin Cristina soll 600.000 Euro Schadenersatz zahlen.  

Korruptionsverdacht in Spanien: Der Ehemann von Infantin Cristina soll sechs Millionen Euro Steuern unterschlagen haben. Die Schwester von König Felipe habe davon profitiert, wirft ihr der Staatsanwalt vor.

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09. Dezember 2014, 13:30 Uhr

Palma de Mallorca | Die spanische Infantin Cristina, Schwester von König Felipe VI., soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wegen ihrer Rolle im Finanzskandal um ihren Ehemann fast 600.000 Euro Schadenersatz zahlen. Die 49-Jährige habe von den Geldern profitiert, die ihr Mann Iñaki Urdangarin unterschlagen habe.

Das stellte der Staatsanwalt für Korruptionsvergehen, Pedro Horrach, in seinen Schlussfolgerungen fest, die er am Dienstag dem Ermittlungsrichter José Castro in Palma de Mallorca vorlegte. Er sprach sich aber dagegen aus, die Schwester des Königs unter Anklage zu stellen. „Ich habe beantragt, das Verfahren gegen sie einzustellen“, sagte der Staatsanwalt.

Für Cristinas Mann forderte er knapp 20 Jahre Haft. Der 46-Jährige soll als Präsident einer gemeinnützigen Stiftung zusammen mit Komplizen rund sechs Millionen Euro Steuergelder unterschlagen haben.

Urdangarins Anwalt Mario Pascual Vives sagte, das geforderte Strafmaß sei völlig überzogen. „Das sieht so aus, als hätte mein Mandant jemanden umgebracht.“ Aufgrund der Schlussfolgerungen der Kläger muss der Ermittlungsrichter nun entscheiden, welchen Beschuldigten der Prozess gemacht wird. Dazu gehört auch der Ex-Regierungschef der Balearen und frühere spanische Umweltminister Jaume Matas, für den der Staatsanwalt elf Jahre Haft forderte.

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