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Gefängnisausbruch in Berlin : Identitäten der Häftlinge veröffentlicht

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Nach ihrem filmreifen Ausbruch wurden jetzt die Identitäten der Häftlinge aus dem Berliner Untersuchungsgefängnis Moabit veröffentlicht – Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Berlin | Nach dem spektakulären Ausbruch zweier Häftlinge aus dem Berliner Untersuchungsgefängnis Moabit haben die Sicherheitsbehörden erstmals Fahndungsfotos veröffentlicht. Damit hoffen sie auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Bei den beiden geflohenen Kriminellen handele es sich um einen 34-jährigen mutmaßlichen Mörder und einen 25-jährigen verurteilten Betrüger, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Die Häftlinge waren in der Nacht zum Montag in einer spektakulären Aktion ausgebrochen. Sie sägten Gitter vor ihren Zellenfenstern durch, seilten sich ab und kletterten über eine Mauer und Stacheldraht. Gegen den mutmaßlichen Mörder wird seit Monaten vor dem Landgericht verhandelt. Der Prozess wegen Mordes an einem früheren Wirt wird trotz der Flucht des Angeklagten fortgesetzt, entschied das Gericht am Donnerstag. Er habe ausreichend Gelegenheit gehabt, sich zu äußern, so dass ohne ihn weiterverhandelt werden könne. Dies ist laut Strafprozessordnung möglich.

Bisher waren die Identitäten der Männer aus „fahndungstaktischen Gründen“ nicht offiziell veröffentlicht worden. Nun lieferten die Behörden konkrete Informationen: Der 34-Jährige heißt Metin Michael Müslü, der 25-jährige Ulrich Wolfgang Siegfried Ziegler. Die Männer sind 1,92 und 1,94 Meter groß und wiegen je rund 100 Kilogramm. Beide haben kurze oder rasierte dunkle Haare. Dass in einer der verlassenen Zellen ein Brief lag, wollte die Justizverwaltung weder bestätigen noch dementieren. Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, einer der Geflohenen habe geschrieben, er wolle in einigen Wochen ins Gefängnis zurückkehren.

Es war die erste gelungene Flucht aus dem Gefängnis mit rund 1000 Plätzen seit rund 15 Jahren. Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hatte Fehler des Personals eingestanden. Ein Bild einer Überwachungskamera, auf dem die Flucht zu sehen war, sei weggedrückt worden. „Es ist nach wie vor leider nicht auszuschließen, dass es erhebliche Hilfe von außen gegeben hat“, sagte der Senator am Donnerstag. Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) kündigte an, die Gitter vor den Zellenfenstern wenn möglich schneller als geplant zu verstärken. Sie sollen durch Gitter aus besonders stabilem Manganstahl ersetzt werden. Für das Moabiter Gefängnis seien im Doppelhaushalt 2014/15 bereits 14 Baumaßnahmen vorgesehen und zum Teil begonnen worden, sagte der Senator.

Die geplante Untersuchungskommission soll sich ab Freitag zusammensetzen, um den Ausbruch aufzuklären. Der Piraten-Abgeordnete Christopher Lauer fragte in der Sitzung des Landesparlaments, wie viele Sägeblätter die Gefangenen gebraucht hätten und woher sie die gehabt hätten. „So ein Stahl sägt sich ja nicht mit Luft und Liebe durch“, meinte Lauer. Heilmann erwiderte: „Das kann ich Ihnen noch nicht sagen, das ist Gegenstand der Ermittlungen.“

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erstellt am 22.Mai.2014 | 17:20 Uhr

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