zur Navigation springen

Küste Irlands : Hurrikan „Ophelia“ nähert sich Westeuropa

vom

15 Meter hohe Wellen werden erwartet. Das Sturmtief erreicht Windgeschwindigkeiten von knapp 140 Kilometern pro Stunde.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 12:19 Uhr

Der Hurrikan „Ophelia“ hat sich über Nacht im Seegebiet südwestlich der Azoren verstärkt und weist mittlerweile Windgeschwindigkeiten bis etwa 140 Kilometer pro Stunde auf, teilt die Wetterseite Kachelmannwetter am Donnerstag mit. Die Zuggeschwindigkeit von gerade mal fünf Kilometern pro Stunde sei dagegen sehr gemächlich. Der Hurrikan nähert sich nach der Berechnung der Experten der Küste von Portugal, dreht aber nach Norden ein und könne als außertropisches Sturmtief zu Beginn der neuen Woche auf Irland treffen.

Am Montagnachmittag werde „Ophelia“ dicht südwestlich von Irland liegen. Bis dahin werde aus dem Hurrikan wahrscheinlich ein außertropisches Tief. Im Seegebiet des Landes müsse mit Wellen bis über 15 Meter Höhe gerechnet werden.

Hurrikane im Nordatlantik

Dabei scheint der Gedanke eines Hurrikans in der Nähe Irlands zunächst befremdlich: In den Nachrichten machen in der Regel nur Hurrikane in der Karibik und den USA Schlagzeilen. 2017 forderten dort mehrere Wetterkatastrophen zahlreiche Menschenleben. Laut einigen Lehrbüchern ist Voraussetzung für tropische Wirbelstürme eine Wassertemperatur von 26,5 bis 27 Grad. Doch genau genommen gebe es eine derartige Grenze nicht, so Kachelmannwetter. „Denn entscheidend ist nicht die absolute Wassertemperatur, sondern der Temperaturunterschied zur Luft in größeren Höhen. Liegt dort kältere Luft, kann der Temperaturunterschied besonders groß sein, die Schichtung ist sehr labil. Dann kann sich auch bei niedrigeren Wassertemperaturen ein Sturm oder sogar ein Hurrikan bilden.“ Ein Beispiel dafür ist „Alex“ 2016.

 

Zehn Hurrikane in der Saison

Das beweist auch die laufende Saison auf dem Nordatlantik: „Ophelia“ ist bereits der zehnte Hurrikan, laut den Daten von Kachelmannwetter. Dabei seien alle Hurrikane hintereinander aufgetreten. Sie seien nicht von einem schwächeren Sturm unterbrochen worden, so die Experten.

Das letzte Mal, dass dort so viele Hurrikane in Folge registriert wurden, ist über 100 Jahre her. Zuletzt gab es dieses Phänomen 1878, 1886 und 1893. Die Hurrikansaison 2017 auf dem Nordatlantik gehöre zu den aktivsten im Satellitenzeitalter, wenn man nicht nur die Anzahl der Stürme, sondern auch deren Länge und Stärke betrachte, so die Wetter-Spezialisten. Spitzenreiter sei noch das Jahr 2005, dahinter kommen die Jahre 2004 und 1995.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen