Entscheidung von Expertenteam : Hund „Chico“ nach tödlicher Attacke in Hannover eingeschläfert

Der Staffordshire-Terrier-Mischling „Chico“ im Tierheim Hannover.
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Der Staffordshire-Terrier-Mischling „Chico“ im Tierheim Hannover.

Der Hund hatte vor knapp zwei Wochen zwei Menschen tödlich verletzt. Jetzt ist der Staffordshire-Terrier-Mischling tot.

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16. April 2018, 17:50 Uhr

Hannover | Nach der tödlichen Attacke auf zwei Menschen in Hannover ist Hund „Chico“ eingeschläfert worden. Dazu entschied sich am Montag nach einer Untersuchung ein Expertenteam aus Vertretern der Stadt Hannover, der Tiermedizinischen Hochschule, des Tierheims und des Landwirtschaftsministeriums, wie die Stadt mitteilte. Der Staffordshire-Terrier-Mischling hatte vor zwei Wochen seine 52 Jahre alte, im Rollstuhl sitzende Besitzerin und deren 27 Jahre alten Sohn totgebissen.

Chico litt an einer stark schmerzhaften frischen Kieferverletzung. Wegen der Schwere der Verletzung, die vermutlich in der Zeit um die Beißattacke entstanden ist, habe die Veterinärbehörde die Entscheidung getroffen, Chico noch in der Narkose einzuschläfern, sagte Stadtsprecher Udo Möller. Wie die „Bild“-Zeitung zuvor berichtete, hatte Chico zwei kaputte Fangzähne und eine offene Verbindung zur Nasenhöhle. Das Tier hätte demnach häufig operiert werden müssen, um das zu beheben, und galt als unberechenbar.

Begründung der Einschläferung von Hund Chico im Wortlaut

„Angesichts der Schwere der Befunde, deren weitere Behandlung und Nachsorge aufgrund der Aggressivität des Hundes jeweils nur unter Vollnarkose hätte erfolgen können, und der Tatsache, dass der Hund aufgrund einer fehlenden Sozialisation nur isoliert von anderen Hunden hätte gehalten werden können, sowie dem Umstand, dass aufgrund der gesteigerten Aggressivität im konkreten Fall Menschen nicht mehr als Sozialpartner in Frage gekommen wären, wurde unter Einbindung von Sachverständigen die Entscheidung getroffen, den Hund noch in der Narkose zu euthanasieren.“

(Hannovers Stadtsprecher Udo Möller zur Entscheidung, den Kampfhundmischling Chico einzuschläfern.)

 

Begründung der Einschläferung von Hund Chico im Wortlaut (Foto - Archiv) =  „Angesichts der Schwere der Befunde, deren weitere Behandlung und Nachsorge aufgrund der Aggressivität des Hundes jeweils nur unter Vollnarkose hätte erfolgen können, und der Tatsache, dass der Hund aufgrund einer fehlenden Sozialisation nur isoliert von anderen Hunden hätte gehalten werden können, sowie dem Umstand, dass aufgrund der gesteigerten Aggressivität im konkreten Fall Menschen nicht mehr als Sozialpartner in Frage gekommen wären, wurde unter Einbindung von Sachverständigen die Entscheidung getroffen, den Hund noch in der Narkose zu euthanasieren.“ (Hannovers Stadtsprecher Udo Möller zur Entscheidung, den Kampfhundmischling Chico einzuschläfern.)

Tierschützer hatten zuvor mit einer Petition versucht zu verhindern, dass der Hund eingeschläfert wird. Sie forderten eine neue Chance für den Hund. „Bitte lasst Chico leben! Er hatte nie ein gutes Hundeleben!“ heißt es in einem Internet-Aufruf. Bis Montagnachmittag hatte die Online-Petition mehr als 289.000 Unterschriften gesammelt.

Nach tödlichen Attacken ist es üblich, dass die Tiere eingeschläfert werden. Auf Vorschlag des Tierheims hatte die Stadt Hannover allerdings auch erwogen, Chico in einer Spezialeinrichtung außerhalb Niedersachsens unterzubringen. Infolge seiner fehlenden Sozialisation hätte Chico aber nur isoliert von anderen Hunden gehalten werden können und sei aufgrund seiner Aggressivität für Menschen nicht mehr als Sozialpartner in Frage gekommen, sagte Stadtsprecher Möller.

Wegen Versäumnissen im Umgang mit dem gefährlichen Hund war die Stadt unter Druck geraten. 2011 bereits hatte das Veterinäramt Hinweise auf eine gesteigerte Aggressivität des Hundes und eine mangelnde Eignung des Halters erhalten, hatte der Ordnungsdezernent einräumen müssen. Die Behörde griff aber nicht durch. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover inzwischen wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt.

Geprüft wird, ob vor sieben Jahren jemand einen strafrechtlich relevanten Fehler gemacht hat. Möglicherweise hat auch die schmerzhafte Kiefererkrankung die Attacke des Hundes ausgelöst. Parallel prüft die Stadt arbeitsrechtliche Konsequenzen für beteiligte Mitarbeiter.

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