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Folter-Paar : „Horror-Haus“ von Höxter für vierstelligen Betrag verkauft

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Grausame Dinge passierten in dem Haus in Nordrhein-Westfalen. Die Immobilie soll nun saniert werden.

Höxter | Das „Horror-Haus“ von Höxter ist verkauft. Es soll für einen vierstelligen Betrag den Besitzer gewechselt haben. Das berichtet das „Westfalen Blatt“ am Mittwoch. Demnach soll ein Handwerker aus der Umgebung das Haus gekauft haben. Die genaue Summe des Hauses wurde nicht genannt. Der neue Besitzer wolle die Immobilie sanieren. Ob er es vermieten oder selbst einziehen will, ist nicht bekannt.

Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika sollen in dem Haus im Ortsteil Bosseborn mehrere Frauen über viele Jahre misshandelt haben. Mit Kontaktanzeigen haben sie die Opfer in ihr Zuhause gelockt. Zwei Frauen aus Uslar und Bad Gandersheim überlebten nicht. Derzeit stehen die beiden mutmaßlichen Täter vor Gericht. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord durch Unterlassen sowie mehrfache Körperverletzung.

Im ganzen Haus fanden die Ermittler Notizzettel mit Schilderungen von Folter und Erniedrigung, mit formulierten Kündigungsschreiben und mit Einverständnis-Erklärungen, mal von Opfern geschrieben und mal von ihren mutmaßlichen Peinigern. Im Prozess hatte die Angeklagte am Dienstag Details zu den entdeckten Notizen beschrieben. Die Erklärungen der 48-Jährigen zur Frage, warum diese Notizen angefertigt wurden, waren jedoch zum Teil widersprüchlich. Selbst ihr Anwalt Peter Wüller äußerte sein Unverständnis.

Das Paar habe sich absichern wollen mit den Einverständniserklärungen ihrer Opfer, sagte Angelika W. Mit anderen Zetteln, wie einem fingierten Kündigungsschreiben für die eigene Wohnung, sollten die Frauen demnach unter Druck gesetzt werden. Die Zettel schrieben die Opfer laut Angelika W. zum Teil selbst, zum Teil nach Aufforderung, mal stammte der ganze Text von ihnen, mal nur die Unterschrift.

Der Mitangeklagte Wilfried W. bezeichnete eine der Ausführungen seiner Ex-Frau zur Erniedrigung eines der Opfer in einem Zwischenruf am Dienstag als Lüge. Bislang hat sich der 46-Jährige in dem Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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erstellt am 08.Feb.2017 | 10:59 Uhr

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