Homeoffice: Forscher warnt vor mehr psychischen Erkrankungen

Avatar_shz von 27. Januar 2021, 11:19 Uhr

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Homeoffice: Forscher warnt vor mehr psychischen Erkrankungen

„Digitalisierung ist im deutschen Datenschutzkorse unwirksam“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, ist empört über das „Digitalversagen“ der deutschen Corona‐Politik. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ rügt Werner, dass nach einem Jahr Corona die „Faxgeräte in den Gesundheitsämtern noch nicht entsorgt“ seien – an Wochenenden würden weiterhin keine Daten gemeldet. „Pandemie ist eben nicht mit Bürokratie zu bekämpfen “, so der Mediziner. Werners Fazit: „Digitalwüste Deutschland!“ Für ihn müssen bestehende Regelungen gelockert werden: „Gesundheit ist wichtiger als Datenschutz.“ Indizien für eine Zunahme psychischer Erkrankungen durch Homeoffice hat der Gesundheitsforscher Professor Stephan Böhm von der Schweizer Universität St. Gallen festgestellt. Problematisch sei insbesondere die Kombination mit Schulschließungen, betont Böhm. Gemeinsam mit dem Krankenversicherer Barmer untersucht er in der Langzeitstudie „Social Health@Work“ die Auswirkungen des Arbeitens von zuhause. „Die Kinder nehmen Bandbreite und Aufmerksamkeit weg “ – sich um Arbeit und Betreuung gleichzeitig zu kümmern, sei „kaum umsetzbar “, so der Experte in der Sendung. Zum Stressabbau könnten Fitnessstudios einen Beitrag leisten, sagt Betreiber Sascha Mößinger, der seinen Betrieb coronabedingt schließen muss. In Gesprächen mit Politikern sei ihm aufgefallen, dass diesen nicht bewusst sei, „wie viele Existenzen auch an kleinsten Unternehmen hängen “. Für die Schließung seiner Branche hat Mößinger angesichts ausgefeilter Hygienekonzepte kein Verständnis. Wegen mangelnder Fitness drohten auch „die Kosten im Gesundheitswesen langfristig anzusteigen“, warnt er. _____________________________________________ Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 28. Januar, als Talk-Gast dabei: Prof. Dr. Klaus-Dieter Zastrow. Er ist Arzt für Hygiene und Umweltmedizin.

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