zur Navigation springen

Barsinghausen und Bismark : Hoher Schaden bei Anschlägen auf Flüchtlingsheime

vom

In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben Unbekannte Anschläge auf geplante Unterkünfte verübt. In Barsinghausen wurden Einsatzkräfte durch Gasflaschen gefährdet.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2016 | 18:06 Uhr

Barsinghausen/Bismark | Bei zwei Anschlägen auf geplante Flüchtlingsunterkünfte in Barsinghausen bei Hannover und Bismark in Sachsen-Anhalt ist hoher Sachschaden entstanden. Verletzt wurde niemand.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise kommt es vermehrt zu Anschlägen auf geplante oder bereits bewohnte Flüchtlingsunterkünfte. In Schleswig-Holstein gab es bislang Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Lübeck, Flensburg und Escheburg.

Bei dem Brandanschlag auf ein in Bau befindliches Flüchtlingsheim bei Hannover wollten die Täter offenbar eine schwere Explosion auslösen und brachten Feuerwehrleute damit in akute Lebensgefahr. Bei den Löscharbeiten in dem Rohbau in Barsinghausen stießen die Feuerwehrleute am Samstagmorgen auf mehrere geöffnete Gasflaschen, was zu einer Explosion hätte führen können, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Die Gasflaschen wurden ins Freie gebracht und dort gekühlt. Nach Angaben der Polizei entstand an dem Gebäude ein Schaden von 100.000 Euro, Menschen wurden nicht verletzt.

Die Kriminalpolizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung in beiden Geschossen des Gebäudes aus, von den Tätern gab es zunächst keine Spur. Das Feuer wurde von einer vorbeifahrenden Frau entdeckt, die die Rettungskräfte alarmierte. Sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss stieß die Feuerwehr auf brennendes Dämmmaterial. Im Erdgeschoss wurden sämtliche Fenster eingeschlagen, außerdem wurde ein Baucontainer aufgebrochen. Die Feuerwehr rückte mit 50 Rettungskräften und zehn Fahrzeugen an. Schwierigkeiten bereitete das gefrierende Löschwasser, das die Einsatzstelle in eine Eisfläche verwandelte.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verurteilte den Anschlag. „Ich schäme mich dafür, dass so etwas auch bei uns in Niedersachsen immer wieder passiert.“ Barsinghausen grenzt an das Schaumburger Land, einem Schwerpunkt von Neonazis in Niedersachsen.

Auch in Sachsen-Anhalt gab es einen Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim. Unbekannte setzten das Gebäude unter Wasser. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, drangen Unbekannte in der Nacht in das leerstehende Wohnhaus in Bismark (Landkreis Stendal) ein und drehten in fünf von zehn Wohneinheiten sämtliche Wasserhähne auf. Das Wasser sammelte sich im Keller, die Feuerwehr pumpte es ab. Der Sachschaden wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt.

Mitte Dezember war bereits ein geplantes Flüchtlingsheim in Gräfenhainichen unter Wasser gesetzt worden. Später wurden mehrfach Steine auf das ehemalige Bürogebäude geworfen. Dabei wurden unter anderem Fensterscheiben zerstört.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert