Hohe Temperaturen erhöhen das Konfliktrisiko

shz.de von
03. August 2013, 05:59 Uhr

Washington | Das Klima beeinflusst das Gewaltverhalten der Menschen maßgeblich. Selbst eine geringe Abweichung von der üblichen Temperatur oder Regenmenge erhöhe das Risiko von Konflikten erheblich, berichten US-Forscher im Fachblatt "Science". Das Team von der Princeton University hatte 60 Studien zum Thema Klima und Gewalt neu ausgewertet, die in den unterschiedlichsten Fachgebieten entstanden waren. Sie umfassten alle Regionen der Welt und reichten etwa 10 000 Jahre in die Vergangenheit.

Vor allem höhere Temperaturen führten demnach zu einer Zunahme der Gewalt. Eine Standardabweichung von der Temperatur hatte zur Folge, dass das Risiko persönlicher Konflikte um vier Prozent stieg. Die deutlichste Zunahme fanden die Forscher bei Gruppenkonflikten, wie Aufständen oder Bürgerkriegen. Das Risiko solcher Auseinandersetzungen stieg um 14 Prozent. Die Wissenschaftler fanden in ihrer Untersuchung unter anderem einen deutlichen Anstieg häuslicher Gewalt in Indien und Australien sowie mehr Körperverletzungen und Morde in den USA und Tansania.

Über die Gründe können die Wissenschaftler bislang nur Spekulationen abgeben. In den Agrarländern beeinflusse das Klima zum Beispiel maßgeblich die wirtschaftliche Situation vieler Menschen. Verschlechtere sich die Wirtschaftslage aufgrund klimatischer Veränderungen, könne das zur Folge haben, dass Menschen aus Angst um ihre Existenz zu den Waffen griffen.

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