Kuriose Verspätung : Hilferuf via Twitter – Fahrgast in Zug-WC eingesperrt

Gefangen im Zug-WC, doch zumindest das Internet funktioniert. Symbolbild, Foto: Imago/Rüdiger Wölk
Gefangen im Zug-WC, doch zumindest das Internet funktioniert. Symbolbild, Foto: Imago/Rüdiger Wölk

Ein Mann sitzt in einer Zugtoilette auf der Fahrt von Berlin nach Dresden fest. Er wendet sich via Twitter an die Bahn. Und alle lesen mit.

shz.de von
23. April 2018, 15:25 Uhr

Auch wenn der Kurznachrichtendienst Twitter bereits vor zwölf Jahren gestartet ist, besteht bei vielen noch immer Unsicherheit darüber, wozu das soziale Netzwerk gut ist. Bei Facebook wird gestritten, bei Instagram postet man Essensbilder – aber bei Twitter? Der Sinn des Mikroblogging-Dienstes blieb vielen bisher verschlossen. Doch das könnte sich nun ändern: Der Berliner Grünen-Politiker Matthias Oomen geriet am Sonntag in eine recht unangenehme Lage, aus der ihn nur fremde Hilfe befreiten konnte – und Twitter.

Auf einer Zugfahrt von Berlin nach Dresden musste Oomen einem Bedürfnis nachgeben und traf im EC 173 auf seinen Endgegner, wie er selbst auf Twitter schreibt: die Tür der Zugtoilette. Jeder, der schon einmal eine Zugtoilette betreten hat, weiß, wie groß der Wunsch ist, diesen Ort möglichst schnell wieder zu verlassen. Doch Oomen saß fest.

 

In seiner Not wandte er sich über Twitter an die Deutsche Bahn.

 

Dort reagierte man mit Bestürzung auf seine missliche Lage – und fragte sicherheitshalber noch einmal nach: „Also sind Sie in der Toilette eingesperrt?“

Doch bevor der Social-Media-Dienst der Deutschen Bahn Alarm schlagen musste, wurde Oomen vom Zugpersonal bemerkt. Der erste Versuch, die Tür einzutreten scheiterte. „Verdammt, ich bin dann wohl gleich der massive Verspätungsgrund“, twitterte Oomen. Doch in Dresden-Neustadt wurde er befreit. Ein Bahnmitarbeiter war stärker als die Toilettentür und behob das Problem binnen kurzer Zeit, wie die Deutsche Bahn gegenüber dieser Redaktion bestätigte.

Mit gerade einmal drei Minuten Verspätung erreichte der Zug Dresden, wie ein anderer Twitter-Nutzer dokumentiert. Bei der Deutschen Bahn war die Erleichterung groß, dass Oomen nicht als unfreiwilliger Schwarzfahrer bis nach Budapest mitfahren musste.

 

„Technische Störung am Zug“: Wer hätte gedacht, dass sich hinter dieser von Bahnfahrern häufig gehörten Begründung für Verspätungen aller Art die Geschichte eines auf der Toilette eingesperrten Mannes versteckt?

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