ARD-Sonntagskrimi : Sonntagabend im Tatort: Der falsche und der echte Tod

Suizid oder Mord? Der Schweizer Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) ermittelt in einem undurchsichtigen Fall.

Suizid oder Mord? Der Schweizer Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) ermittelt in einem undurchsichtigen Fall.

Im Schweizer Tatort „Zwei Leben“ fällt ein längst totgeglaubter von einer Brücke – doch wieso?

shz.de von
17. September 2017, 13:04 Uhr

Wenn der Wurm erst mal drin ist … Fernbusfahrer Beni Gisler (Michael Neuenschwander) kann nicht mehr reagieren, als sich des Nachts ein Mann von einer Brücke stürzt, gegen seine Windschutzscheibe knallt und dann unter die Räder kommt. Schon wieder ein Suizid! Dabei hatte Gisler erst kürzlich von Lokführer auf Busfahrer umgesattelt, weil sich bereits zwei Mal jemand vor seinen Zug geworfen hatte. Kein Wunder, dass er nun endgültig traumatisiert ist.

Deshalb beordern die Luzerner Kommissare Reto Flückiger und Liz Ritschard (Stefan Gubser, Delia Mayer) die Psychologin Dr. Sonja Roth hinzu (Stephanie Japp), die Gisler wieder aufpäppeln und seine Erinnerungen beleben soll. Denn wie sich zeigt, war der Tote randvoll mit einer betäubenden Substanz und hätte gar nicht selbst von der Brücke springen können. Schlimmer noch: Das Opfer, Jakob Conti (Markus Graf) – ein zwielichtiger Unternehmer – war eigentlich 2004 beim Tsunami in Thailand umgekommen und galt längst als tot.

Wie kam er jetzt plötzlich nach Luzern? Fühlte er sich etwa geläutert und suchte eine zweite Chance? Wenn ja, warum musste er dann ein zweites Mal sterben, diesmal richtig? Und was hat Busfahrer Gisler am Ende tatsächlich gesehen auf der Brücke – nur Conti oder doch noch eine weitere Person?

Auch wenn es erneut etwas betulich zugeht in diesem Schweizer „Tatort“, macht die Geschichte betroffen. Denn Felix Benesch (Buch) und Walter Weber (Regie) gelingt es, dieses Seelendrama mit seinen psychisch zerrissenen Helden recht fühlbar in Szene zu setzen.

Hier der völlig am Boden zerstörte Gisler, da die undurchsichtige Psychologin Sonja Roth, die offenbar mehr als nur berufliches Interesse an dem Fall zu haben scheint. Und dazwischen unsere Kommissare, die zwischen Mord und Selbstmord ermitteln und dabei ihr Privatleben bei Laune halten müssen. Glückliche Beziehungen sehen anders aus. Ein hübscher Nervenkrieg! Und ein prima Gehirnjogging für uns Zuschauer – eine Woche vor der Bundestagswahl.

„Tatort – Zwei Leben“, 20.15 Uhr, ARD

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