Sonntagskrimi um 20.15 Uhr in der ARD : Heute Abend im „Tatort“: Das Moriarty-Prinzip in Dortmund

Sehenswert: JVA-Beamter Stefan Keller (Holger Handtke, links) informiert Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) über die Ereignisse in der Haftanstalt.

Sehenswert: JVA-Beamter Stefan Keller (Holger Handtke, links) informiert Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) über die Ereignisse in der Haftanstalt.

Ein Tollwutvirus breitet sich im Knast aus und Kommissar Faber trifft auf seinen Intimfeind – den Mörder seiner Frau und seiner Tochter.

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04. Februar 2018, 12:06 Uhr

Auf die Idee muss man erstmal kommen: Um aus dem Knast zu entfliehen, hat irgendwer einen Tollwutvirus eingeschmuggelt. Schon krepiert der erste Knacki unter Krämpfen. Die darauf folgende Panik will auch das Mitglied einer Albaner-Gang nutzen, um stiften zu gehen (Murathan Muslu). Aber hat er tatsächlich das Virus eingeschleppt?

Als hätte unsere Dortmunder „Tatort“-Truppe nach dem Weggang von Daniel Kossik nicht genug Probleme. Nun gilt es schnell zu handeln, bevor noch mehr Opfer zu beklagen sind. Zumal sich ihr Freund, der Ex-Gerichtsmediziner Jonas Zander (Thomas Arnold), der derzeit in der JVA Dienst tut, ebenfalls infiziert hat und sterben wird.

Doch Faber, Böhnisch und Dalay (Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel) stoßen bei ihren Ermittlungen auf etliche Hindernisse. Auch die JVA-Chefin (Ulrike Krumbiegel) stellt sich quer und klammert sich an die Dienstvorschrift, statt unbürokratisch zu helfen. Und dann ist da noch Fabers Intimfeind, der Mörder seiner Frau und seiner Tochter – Markus Graf, der vor kurzem in die JVA nach Dortmund verlegt wurde (Florian Bartholomäi). Ist etwa Graf der große Strippenzieher der sich anbahnenden Gefängnisrevolte?

Eine hübsche Gruselgeschichte, die uns da Michael Meisheit (Buch) und Kerstin Krause (Regie) servieren. Voller Dramatik, Tempo und bösen Überraschungen. Und je doller sie ihr Knastdrama äußerlich auf die Spitze treiben, desto verwirrender inszenieren sie parallel dazu den Psychokrieg zwischen Faber und Graf. Als hätten sie sich den bei „Sherlock“ abgeguckt, wo der sinistre Moriarty, eigentlich längst tot und begraben, Holmes dennoch das Leben immer wieder zur Hölle macht.
Wie auch immer. Das Prinzip funktioniert in Dortmund so prima wie in London. Denn ähnlich wie Benedict Cumberbatch und Andrew Scott sind auch Hartmann und Bartholomäi so ungleiche Typen, dass ihr Film-Duell extreme Funken schlägt. Absolut sehenswert! Schauen wir, wie diese tödliche Liaison weitergeht.
 

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