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Nach Ausschreitungen in Sachsen : Heidenau-Imagefilm von 2012 sorgt für Häme

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Heidenau ist eine Stadt, „die mehr zu bieten hat“. So heißt es in einem Imagefilm von 2012. Angesichts der Ausschreitungen vom Wochenende, muss die 16.000-Seelen-Gemeinde das erst wieder unter Beweis stellen.

Heidenau | „Na komm tritt ein, du bist willkommen, setz dich zu uns, krieg das Zuhausgefühl...“, so heißt es im Refrain eines Imagevideos der Gemeinde Heidenau, die seit dem Wochenende durch rechtsextremistische Ausschreitungen traurige Bekanntheit erlangt hat. Der 2012 auf der Videoplattform Youtube veröffentlichte Imagefilm mit dem Titel „Mein Heidenau“ hat mit knapp 41.000 Klicks nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit bekommen, den die Videosequenzen der Krawalle seit dem Wochenende in den sozialen Netzwerken erhalten haben.

Bei nächtlichen Krawallen von Rechtsextremisten und Rassisten waren seit Freitag über 30 Polizisten verletzt worden. In der neuen Unterkunft in Heidenau sollten nach Angaben des Betreibers bis Sonntagabend etwa 320 Menschen untergebracht sein. Ausgelegt ist das Flüchtlingsheim in einem früheren Praktiker-Baumarkt für bis zu 600 Menschen. Heidenau hat 16.000 Einwohner und liegt knapp 15 Kilometer südöstlich von Dresden im Oberen Elbtal.

Im Hinblick auf die Proteste gegen das Flüchtlingsheim in dem beschaulichen sächsischen Örtchen, ist der mäßig gemachte, aber natürlich ursprünglich fesch-moderne und gut gemeinte Song von ein paar Heidenauer Kids featuring Omi eine wahre Sarkasmus-Keule. 

Im Text heißt es unter anderem: „Bei uns heißt Wachstum auch Gedeihn. Weil wir in diesem Weg die Zukunft sehn, zum Aufeinanderzugehn stehn, sind wir ganz vorn dabei.“ Und weiter: „Dort wo der Mensch im Zentrum steht', man ehrlich wissen will, wie's dir geht.“ Ganz weltoffen und tolerant heißt es in einer Strophe: „Jeder hat hier was zusagen, jeder wird hier auch gehört, jeder ist bestärkt auch mitzutragen, was gemeinsam zu mehr führt in meine-deine-eine Welt.“

In den sozialen Netzwerken, allen voran auf Twitter und bei Facebook, wird das Video im Moment herumgereicht – mit teils hämischen Kommentaren.

Auf Youtube werden Bilder der Ausschreitungen mit dem Lied unterlegt. Unter dem Song gibt es zahlreiche kritische Kommentare.

Auch ein Video der Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen vor 23 Jahren wird mit „Mein Heidenau“ unterlegt.

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erstellt am 24.Aug.2015 | 14:43 Uhr

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