Mutmaßliche sexuelle Übergriffe : Harvey Weinstein will sich am Freitag stellen

Gegen Harvey Weinstein laufen Ermittlungen auf US-Bundesebene. /Invision/AP
Gegen Harvey Weinstein laufen Ermittlungen auf US-Bundesebene. /Invision/AP

US-Filmproduzent Weinstein könnte ins Gefängnis gehen. Gegen ihn soll Anklage erhoben werden.

shz.de von
25. Mai 2018, 06:22 Uhr

New York | Die Luft wird immer dünner für den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein: Der US-Filmproduzent will sich nach übereinstimmenden US-Medienberichten wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe noch am Freitag den Behörden in New York stellen. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan werde Anklage erheben, hieß es. Seit Monaten laufen Ermittlungen gegen Weinstein nach Vorwürfen mehrerer Frauen wegen sexuellen Missbrauchs. Auch Behörden in London und Los Angeles ermitteln.

Auf eine Anfrage bei Weinsteins Sprecher gab es zunächst keine Reaktion. Auch die New Yorker Staatsanwaltschaft wollte sich zunächst nicht äußern. „Es gibt keine Informationen, die ich derzeit mitteilen kann“, sagte eine Sprecherin.

Verstoß gegen das Anti-Stalking-Gesetz?

Zuvor war bekannt geworden, dass die Ermittlungen gegen Weinstein in den USA auf Bundesebene ausgeweitet worden waren. Die Ermittler wollen unter anderem herausfinden, ob der 66-Jährige Frauen dazu gebracht habe, über Staatsgrenzen hinweg zu reisen, um sie belästigen zu können. Laut „New York Times“ wird auch untersucht, ob Weinstein gegen das Anti-Stalking-Gesetz verstoßen habe, etwa um Opfer einzuschüchtern. Weiterlesen: Georgina Chapman spricht über Ehemann Harvey Weinstein

Der einst einflussreiche Filmproduzent hat Fehlverhalten eingeräumt, bisher aber Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex zurückgewiesen. Die von ihm gegründete Filmfirma hatte Weinstein nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Oktober 2017 entlassen, seine Frau hat sich inzwischen von ihm scheiden lassen.

Welchen Schauspielern noch sexuelle Belästigung vorgeworfen wird

Seit Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen Weinstein wirbeln immer mehr Vorwürfe gegen prominente Filmschaffende die Unterhaltungsbranche auf. Eine unter den Schlagworten #MeToo und #TimesUp bekannt gewordene Bewegung entstand, die sich in weitere Branchen und Länder ausbreitete. Nach Weinstein wurden in den USA unter anderem auch Regisseur James Toback, „House of Cards“-Star Kevin Spacey, Oscar-Preisträger Dustin Hoffman und "Rush Hour"-Regisseur Brett Ratner mit Vorwürfen sexueller Belästigung und Machtmissbrauch konfrontiert. Weiterlesen: Gwyneth Paltrow lobt Brad Pitt für Hilfe gegen Weinstein

Am Donnerstag waren auch Vorwürfe gegen Oscar-Preisträger Morgan Freeman bekannt geworden. „Jeder der mich kennt oder mit mir gearbeitet hat, weiß, dass ich nicht jemand bin, der absichtlich verletzen oder wissentlich jemandem ein unbehagliches Gefühl vermitteln würde“, schrieb Freeman als Reaktion in einer Stellungnahme. „Ich entschuldige mich bei jedem, der sich unwohl oder nicht respektiert fühlte – das war nie meine Absicht.“

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