Verkehrssünder : Handy am Steuer und keine Rettungsgasse: Ab jetzt drohen härtere Strafen

Handy am Steuer: Das kann im schlimmsten Fall zu 200 Euro Strafe, zwei Punkten sowie einem Monat Fahrverbot führen.
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Handy am Steuer: Das kann im schlimmsten Fall zu 200 Euro Strafe, zwei Punkten sowie einem Monat Fahrverbot führen.

Wer am Steuer telefoniert, sich verhüllt oder Rettungskräfte behindert, muss mit deutlich empfindlicheren Strafen rechnen.

shz.de von
19. Oktober 2017, 12:08 Uhr

Drastisch höhere Bußen für Handys am Steuer und blockierte Rettungsgassen: Abschreckendere Sanktionen sollen Autofahrer ab heute stärker von lebensgefährlichen Manövern auf deutschen Straßen abhalten. shz.de gibt einen Überblick.

Handys am Steuer

Leichtsinniges Hantieren mit Smartphones am Steuer kommt Autofahrer künftig teurer zu stehen. Dafür wird das lange bestehende Handy-Verbot verschärft, das vielfach missachtet wird.

  • Für Verstöße werden 100 Euro statt 60 Euro fällig, weiterhin verbunden mit einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei.
  • Im schlimmsten Fall mit einer Sachbeschädigung drohen 200 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot.
  • Werden Fahrradfahrer mit Handy in der Hand ertappt, müssen sie 55 Euro statt bisher 25 Euro zahlen.
  • Das Verbot, das bisher nur Mobil- und Autotelefone nennt, wird zudem auf alle Kommunikationsgeräte wie Tablets und Laptops erweitert.

Behindern von Rettungskräften

Abschreckendere Geldbußen sollen Autofahrer dazu bringen, Rettern und Polizei den Weg frei zu machen, die zum Beispiel zu Unfällen eilen.

  • Wer bei stockendem Verkehr etwa auf einer Autobahn keine Notgasse bildet, muss statt bisher 20 Euro künftig mindestens 200 Euro berappen.
  • Im schwersten Fall drohen bis zu 320 Euro Strafe verbunden mit einem Monat Fahrverbot.
  • Generell sollen mindestens 240 Euro und ein Monat Fahrverbot drohen, wenn Autofahrer Einsatzwagen mit Blaulicht und Einsatzhorn nicht sofort freie Bahn verschaffen - auch unabhängig von einer Rettungsgasse.

Gesichtsverhüllungen

  • Am Steuer sind stark gesichtsverhüllende Masken und Schleier künftig tabu, bei denen nicht mehr erkennbar ist, wer das Auto fährt.
  • Bei Verstößen drohen 60 Euro Buße.
  • Ziel ist, bei zusehends automatisierten Verkehrskontrollen die Identität des Fahrers oder der Fahrerin effektiv feststellen zu können.
  • Erlaubt bleiben Kopfbedeckungen, die das Gesicht freilassen wie Hüte, Kappen oder Kopftücher, ebenso etwa auch Faschingsschminke und Sonnenbrillen. Auch Helme für Motorradfahrer bleiben erlaubt.
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