Handy als Kieferstütze

Ist es erlaubt, sein Handy im Auto als Kieferstütze zu nutzen?
Ist es erlaubt, sein Handy im Auto als Kieferstütze zu nutzen?

Entgeht man als Autofahrer einer Geldstrafe, indem man behauptet, das Handy nur als Kieferstütze zu benutzen?

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04. November 2007, 02:52 Uhr

Ertappte Verkehrssünder lassen sich viele faule Ausreden einfallen. Ein Autofahrer, der mit dem Handy am Ohr erwischt wurde, hielt sich für besonders schlau. Vor dem Amtsgericht Sondershausen gab er an, er habe mitnichten telefoniert. Das Handy habe er lediglich als Kieferstütze genutzt. Sein Kiefer sei dermaßen wackelig, dass er das Telefon als Stütze benötigt habe. Mit eindrucksvollen Kopfbewegungen, die seine Knochen knacken ließen, versuchter der 36-Jährige, den Richter zu überzeugen. Doch der verurteilte ihn zu 40 Euro Bußgeld. Damit nicht genug: Die Führerscheinstelle sollte nun obendrein die Fahrtauglichkeit des Handynutzers prüfen. Wer beim Autofahren eine Hand für das Festhalten seines wackeligen Kiefers benötige, nehme nur eingeschränkt am Straßenverkehr teil, hieß es in der Urteilsbegründung zu der nicht minder wackeligen Ausrede des Fahrers.
Fazit: Manche Ausreden sind allzu wacklig...
Hintergrund: Mobiltelefone sind verboten, wenn der Fahrer das Handy beim Telefonieren aufnehmen oder halten muss. Der Fahrer soll vielmehr beide Hände (und auch den Kiefer) frei haben. Verboten sind nicht nur das Telefonieren, sondern sämtliche Bedienfunktionen des Handys, also bereits das Anwählen, das Versenden von Kurznachrichten (SMS) oder das Abrufen von Daten aus der Mailbox, dem Internet etc. Das Verbot gilt übrigens auch für Radfahrer, sofern sie mit ihrem Rad nicht stehen. Bei Autofahrern genügt es dagegen nicht, dass das Fahrzeug nur steht. Sie müssen außerdem den Motor ausschalten. Damit ist das Telefonieren auch bei kurzen Stopps an einer roten Ampel oder im Stau untersagt, wenn der Fahrer nicht gerade den Motor abgestellt hat. Erlaubt ist die Benutzung des Mobiltelefons dagegen über eine Freisprecheinrichtung, wenn der Druck auf eine Kurzwahltaste zur Inbetriebnahme reich. Ein Unterkiefer gilt im Rechtssinne nicht als Äquivalent zur Halterung einer Freisprecheinrichtung.
Bei Interesse siehe hierzu: § 23 Abs. 1 a StVO, "Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers"

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