Nürnberg : Haftstrafe: 24-Jähriger verabreicht seiner schwangeren Freundin heimlich Abtreibungspille

Der junge Mann wollte nicht Vater werden, deshalb mischte er seiner Partnerin heimlich eine Abtreibungspille ins Dessert und machte dann per SMS Schluss mit ihr. Die Frau verlor ihr Kind. Heute wurde der Mann verurteilt.

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08. Juli 2016, 18:26 Uhr

Nürnberg | Eine junge Frau hat ihr Kind verloren, weil ihr Partner und Vater des Ungeborenen, ihr ein Abtreibungsmittel in die Nachspeise mischte. Der 24-Jährige wurde vom Amtsgericht in Nürnberg zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung und Schwangerschaftsabbruchs verurteilt. Der Angeklagte habe die Tat über Wochen geplant und damit erhebliche kriminelle Energie gezeigt, hieß es in der Urteilsbegründung.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre gefordert. Das Gericht wertete zugunsten des Mannes, dass er von Anfang an geständig war. Er hatte zugegeben, im März 2015 seiner Freundin die Mokkacreme samt Abtreibungspille serviert zu haben. Das Medikament hatte er zuvor in Tschechien besorgt. Dort ist die Pille bis zum neunten Schwangerschaftsmonat zugelassen. Seine Freundin, die in der 15. Woche war, bekam nach dem Essen schwere Bauchkrämpfe. Im Krankenhaus erlitt sie einen Abgang.

Weil sie nach dem Vorfall misstrauisch wurde, ließ die 29-Jährige einen Bluttest machen. Darin wurden Spuren des Abtreibungsmittels nachgewiesen. Ihr Freund hatte unterdessen die Beziehung mit ihr per Textnachricht beendet. Seit dem Verlust ihres Babys ist die Frau psychisch angeschlagen.

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