Moorbrand Meppen : Grüne bezweifeln: Bundeswehr hat Brandrisiko nicht abgeschätzt

<p>Hat die Bundeswehr wegen Kostengründen den Waffentest durchgeführt und so den großen Moorbrand verursacht?</p>

Hat die Bundeswehr wegen Kostengründen den Waffentest durchgeführt und so den großen Moorbrand verursacht?

Die Sicherheitsvorschriften wurden möglicherweise aufgrund des Kostendrucks vernachlässigt.

shz.de von
20. November 2018, 17:43 Uhr

Der Moorbrand auf dem Gelände der Bundeswehr in Meppen beschäftigt weiterhin die Politik. Warum das Feuer ausbrach, ist immer noch nicht abschließend geklärt. Die Bundesregierung verweist auf eine interne WTD-Untersuchung und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Osnabrückt. Die Fraktion der Grünen hatte zum Moorbrand eine Kleine Anfrage mit 40 Punkten an die Bundesregierung gestellt.

Wollte die Bundeswehr Geld sparen?

Die Antwort auf die Frage, welche zusätzlichen Kosten entstanden wären, wenn der Waffentest mit dem Helikopter TIGER verschoben worden wäre, legt den Verdacht nahe, dass die Bundeswehr Geld sparen wollte. Rund 792.000 Euro waren für die Schießkampagne kalkuliert worden. Ungefähr 70 Prozent der Kosten wären bei einer Verschiebung trotzdem angefallen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

500.000 Euro Kosten bei Testverschiebung

„Angesichts der hohen Kosten von etwa 500.000 Euro bei einer Verschiebung der Tests, lastete ein hoher Kostendruck auf Seiten der Bundeswehr. Daher stellt sich mir die Frage, ob der Brandschutz bei der Risikobewertung nicht zurückgestanden hat“, sagt Katja Keul, Abgeordnete der Grünen. Weiter kritisiert die Politikerin, dass die Rüstungsindustrie auf Kosten des Bundes ihr Gerät teste und keinerlei Risiko trage. „Wenn etwas schief läuft – wie hier in Meppen – dann muss die Bundesregierung für sämtliche Kosten aufkommen.“

Sicherheit geht vor

Das Verteidigungsministerium wies die Darstellung umgehend zurück: „Die Kosten für Schießvorhaben spielen keine Rolle bei der Beachtung von Sicherheitsvorschriften. Dieses schließt den Schutz von Personen, Brandschutz und den Umweltschutz mit ein“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Anfrage.

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