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Krisengebiet in Ostukraine : Grubenunglück bei Donezk: Mindestens ein Toter, viele Verletzte

vom

Das Schicksal von 32 Bergarbeitern ist ungewiss, heißt es aus der Krisenregion. Zuvor war von vielen Toten die Rede.

shz.de von
erstellt am 04.Mär.2015 | 12:17 Uhr

Donezk | Bei einer schweren Explosion in einer Kohlegrube im Krisengebiet Ostukraine ist mindestens ein Bergarbeiter ums Leben gekommen. Dutzende Menschen seien in dem Bergwerk Sassjadko bei Donezk eingeschlossen, mehr als zehn Menschen seien verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden am Mittwoch mit. Die Verwaltung der Kohlegrube bestätigte das Unglück. Rettungsarbeiten nach der Gasexplosion seien im Gange, sagte eine Sprecherin.

Die Kohlegrube liegt in den von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebieten in der Ostukraine. Die prowestliche Führung in Kiew hat daher keinen Zugriff auf das Bergwerk Sassjadko. Die Informationslage vor Ort war wegen des Krieges zwischen Regierungstruppen und den Aufständischen schwierig. Das Bergwerk ist eine der größten Kohleminen der Ukraine. Wegen einer hohen Grubengaskonzentration unter Tage gehört es zugleich zu den gefährlichsten Anlagen der Ex-Sowjetrepublik.

Zunächst hatte eine Mitteilung von Parlamentspräsident Wladimir Groisman in Kiew, der von mindestens 32 Toten gesprochen hatte, Verwirrung gestiftet. Sowohl der ukrainische Zivilschutz als auch die Donezker Behörden widersprachen Groismans Aussage. Später ruderte der Politiker zurück und räumte ein, das Schicksal der eingeschlossenen Bergarbeiter sei ungewiss.

Die Separatisten in Donezk kritisierten Groismans voreilige Aussage. „Bis jetzt kann ich nur sagen, dass sich 32 Menschen unter Tage befinden. Bis die Rettungskräfte zu ihnen vordringen, ist es unethisch zu sagen, dass diese Menschen ums Leben gekommen sind“, erläuterte Iwan Prichodko von den Separatisten.

Präsident Petro Poroschenko in Kiew forderte die Aufständischen über den Kurznachrichtendienst Twitter auf, ukrainische Rettungskräfte zum Unglücksort durchzulassen. Regierungschef Arseni Jazenjuk sagte, 60 Helfer seien an der Frontlinie zum Separatistengebiet abgewiesen worden. Die Aufständischen behaupteten, Kiew habe keine Hilfe angeboten.

Die Abgeordneten in der Obersten Rada legten wegen des Unglücks eine Schweigeminute ein.

Weltweit gelten die ukrainischen Kohleminen als besonders gefährdet. In der Vergangenheit gab es immer wieder schwere Explosionen mit vielen Toten. Da in großen Tiefen Kohle abgebaut wird, bildet sich dort oft Grubengas, das hochexplosiv ist. Allein in Sassjadko kamen seit 1999 bei Unglücken mehr als 200 Menschen ums Leben.
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