Unglück in Niedersachsen : Großvater und Enkelin sterben bei Flugzeugabsturz in Melle

Feuerwehrleute arbeiten an der Absturzstelle eines Ultraleichtfliegers.

Feuerwehrleute arbeiten an der Absturzstelle eines Ultraleichtfliegers.

Ein Pilot will seiner Enkelin einen Ausflug gönnen – doch der endet tödlich. Es gibt Hinweise auf technisches Versagen.

shz.de von
11. August 2018, 12:29 Uhr

Melle | Dramatisches Ende eines Ausflugs von Großvater und Enkelin am Flugplatz in Melle-Eicken: Beim Absturz eines Leichtflugzeugs starben am Samstagmorgen ein 74-jähriger Pilot und seine 14-jährige Enkelin in dem Wrack. Beide waren laut Polizei wohnhaft in Melle.

Nach Zeugenangaben verlor das Flugzeug in der Nähe der Nachtigallenstraße (Melle-Gerden) an Höhe und stürzte nach Streifen von Baumkronen in einen Graben, teilte die Polizei weiter mit. Unmittelbar im Anschluss stand das Flugzeug in Brand. Nach Angaben aus Fliegerkreisen befand sich das Flugzeug im Querabflug von dem Platz – also kurz vor dem Verlassen der Platzrunde. Die Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat die Ermittlungen aufgenommen.

War es ein Motoraussetzer?

„Es gibt Hinweise auf einen Motoraussetzer“, sagte der Vorsitzende des am Platz beheimateten Segelfliegerclubs SFC Melle Grönegau, Bernd Dammeyer. Dem Club gehörte auch der Pilot an. Den verunglückten Flugzeugführer beschrieb er als „erfahren, zuverlässig, versiert und umsichtig“. „Der hatte alle erforderlichen Lizenzen, er galt als extrem erfahren“, sagte Dammeyer.

Nach seinen Angaben gibt es Hinweise darauf, dass der Pilot noch eine Notlandung versucht hat. Dammeyer betonte: „Am Unfallort stehen drei Bäume – hätte er die noch überfliegen können, hätte er sicher auf einem Acker notlanden können.“ Bei dem Flugzeug soll es sich um einen französischen Eigenbau handeln. Einsatzkräfte begannen am Morgen in Melle die Trümmer wegzuräumen. Der Absturzbereich ist uneinsehbar abgesperrt. Zu Verkehrsstörungen komme es laut Polizei aber nicht.

Stadt Melle gedenkt den Angehörigen

Die Stadt Melle hat bereits ihr Beileid bekundet. „Die Nachricht vom schweren Flugunfall mit den beiden Toten erfüllt uns mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit“, erklärte Stadtsprecher Jürgen Krämer am Unglücksort. „In Gedanken sind wir in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen, denen unsere tiefempfundene Anteilnahme gilt.“

Start und Landung gelten als die kritischsten Phasen eines jeden Fluges. Der Grund: Die Geschwindigkeit ist dann nahe dem Punkt, an dem die Strömung an den Tragflächen abreißt - es sich also nicht mehr in der Luft halten kann. Wird diese Geschwindigkeit – etwa wegen eines Motoraussetzers – unterschritten, stürzt das Flugzeug ab.

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