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Millionenschaden für Geflügelproduzent : Großbrand bei Wiesenhof: Die Ursache wird gesucht

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Das gewaltige Feuer auf einem Werksgelände von Wiesenhof ist weitgehend gelöscht. Nun können Brandermittler das Firmengelände genauer inspizieren.

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2016 | 07:23 Uhr

Lohne | Der Großbrand auf dem Geflügelschlachthof von Wiesenhof im niedersächsischen Lohne ist weitgehend gelöscht. Für Experten beginnt jetzt die Suche nach der Ursache. Brandermittler der Polizei sollten noch am Dienstag den Komplex in Augenschein nehmen, sagte eine Polizeisprecherin.

Externe Gutachter würden erst später hinzugezogen werden können. Noch sind 60 Feuerwehrleute für Nachlöscharbeiten vor Ort. Zwei große Hallen waren am Ostermontag in Flammen aufgegangen. Schwarze Rauchsäulen waren kilometerweit zu sehen.

Der Schlachtbetrieb für Hähnchen ist vorerst nicht mehr möglich. „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass die Schlachtung in den nächsten Wochen nicht wieder aufgenommen werden kann“, sagte eine Sprecherin von Wiesenhof am Dienstag. Die Tiere würden sofort zu anderen Standorten umgeleitet. Täglich wurden in Lohne bis zu 370.000 Hähnchen geschlachtet.

Die rund 1600 Mitarbeiter in Vechta sollten am Nachmittag auf einer Betriebsversammlung über den Stand informiert werden. In dem Teil, der nicht vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird nach Wiesenhof-Angaben bereits mit Reinigungsarbeiten begonnen.

Das Feuer war Ostermontag aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen. Über 400 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Feuersbrunst. An dem Tag wurde nicht produziert. Die wenigen Mitarbeiter im Betrieb seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, sagte eine Sprecherin von Wiesenhof. Nach Angaben der Polizei wurden ein Mitarbeiter und ein Rettungsmann leicht verletzt.

Anwohnern in einem direkt an die Fabrik angrenzenden Wohngebiet wurde geraten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In Gefahr waren sie nach Polizeiangaben durch den Rauch aber zu keinem Zeitpunkt. Die Feuerwehr habe ständig Messungen durchgeführt.

Wiesenhof hat in Deutschland elf Verarbeitungsbetriebe an seinen Standorten Bogen (Bayern), Dannenberg (Niedersachsen), Grimme (Sachsen-Anhalt), Holte (Niedersachsen), Möckern (Sachsen-Anhalt), Niederlehme (Brandenburg), Rietberg (Nordrhein-Westfalen), Wildeshausen (Niedersachsen), Zerbst (Sachsen-Anhalt) und zwei Betriebe in Lohne (Niedersachsen).

Erst vor gut einem Jahr war in Bogen die Schlachtanlage bei einem Großbrand zerstört worden. Das Feuer war in der Nacht zum 16. Februar 2015 ausgebrochen und hatte einen zweistelligen Millionen-Schaden verursacht. Auch in Lohne geht die Polizei von einem hohen Millionen-Schaden aus.

Bereits am Sonnabend war die Feuerwehr wegen eines Zwischenfalls auf das Werksgelände des Geflügelproduzenten ausgerückt. In einer Produktionshalle war Ammoniakalarm ausgelöst worden. Das Gebäude musste daraufhin geräumt werden. Die Ursache des Ammoniakaustritts ist noch nicht geklärt. Ob das Feuer am Montag auch in dieser Halle brannte, ist noch unklar.

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