Dresden : Grönemeyer verdrängt Pegida mit Montags-Konzert

Musiker geben am Montag in Dresden ein Konzert gegen Fremdenhass. Die Pegida weicht aus.

shz.de von
23. Januar 2015, 16:35 Uhr

Dresden | Das islamkritische Pegida-Bündnis zieht die für Montag in Dresden angekündigte Kundgebung auf Sonntagnachmittag vor. Das bestätigte eine Sprecherin der Stadt am Freitag. Demnach wurde von Pegida für Sonntag eine Kundgebung mit 25.000 Teilnehmern angemeldet. Nach Angaben der „patriotischen Europäer“ soll die 13. Kundgebung um 14.30 Uhr auf dem Theaterplatz stattfinden. Auf der Facebookseite der Bewegung wird das Grönemeyerkonzert am Montag als Begründung für die Verschiebung genannt.

„Wir müssen uns nach den Anmeldungen richten“, sagte ein Polizeisprecher. Wie sich die Polizei für Sonntag aufstelle, hänge auch davon ab, ob noch Anmeldungen für Gegenveranstaltungen bei der Stadt eingingen. Am vergangenen Montag war die „Pegida“-Kundgebung wegen einer Terrordrohung von Islamisten gegen den inzwischen zurückgetretenen Pegida-Chef Lutz Bachmann abgesagt worden.

Das von Bürgern initiierte Fest unter dem Motto „Offen und bunt - Dresden für alle“ an der Frauenkirche soll nach Angaben der Stadt wie geplant am Montagabend stattfinden. Zu der Großveranstaltung werden neben Herbert Grönemeyer weitere prominente Künstler wie Jan-Josef Liefers und Keimzeit erwartet.

Pegida beäugt das Konzert mit Argwohn: „Probleme und Ängste in unserem Land kann man weder ,wegsingen', noch ,wegtanzen'!“

Unterstützer der Bewegung werfen Medien eine einseitige Berichterstattung vor. Laut einer Umfrage, die der Focus bei dem Institut INSA in Auftrag gegeben hat, findet jeder zweite Deutsche, dass Medien über die Pegida-Demonstrationen nicht objektiv berichten. Besonders Nichtwähler (71 Prozent) und AfD-Anhänger (79 Prozent) sind laut Focus dieser Auffassung.

Unterdessen reißt der Spott über die Islamgegner nicht ab.

Die Satiresendung Extra3 dichtete ein Anti-Pegida-Lied.

(mit dpa)

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