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Fragen und Antworten : Griechenland-Urlaub: Das sollten Reisende beachten

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Griechenland ist eines der beliebtesten Urlaubsländer – doch viele Reisende sind zurzeit verunsichert. Andere hoffen auf ein Schnäppchen.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2015 | 11:11 Uhr

Das beliebte Reiseland Griechenland steht kurz vor dem offiziellen Bankrott, der Ausgang der politischen Verhandlungen ist offen. Es wird diskutiert, ob das Land die Eurozone bei einer Pleite verlassen müsste. Kann ich jetzt noch in Griechenland Urlaub machen? Und wenn ja, worauf muss ich mich vor Ort einstellen? Das fragen sich derzeit viele Urlauber, die im Sommer nach Hellas reisen.

Was passiert, wenn Griechenland pleitegeht?

Das kann seriös niemand beantworten. Aber einige Experten gehen davon aus, dass Griechenland im Fall einer Pleite die Eurozone verlassen müsste. Dann müsste das Land eine neue Währung einführen, zum Beispiel wieder die Drachme. Aber der Staatsbankrott bedeutet nicht zwangsläufig einen „Grexit“, also das Ausscheiden aus dem Euro.

Welchen Einfluss hätte ein „Grexit“ auf meine Pauschalreise?


Die Auswirkungen wären wahrscheinlich eher gering. Ein Verlassen der Eurozone habe keine Auswirkungen auf die gebuchten Reisebedingungen, teilte Marktführer Tui mit. Touristische Leistungen wie Flüge, Hotels oder Bustransfers seien eingekauft und vertraglich abgesichert. Wer jetzt noch bucht, muss sich nicht sorgen: „Die veröffentlichten Preise gelten weiterhin.“ Gleiches gilt bei Thomas Cook: „Die Leistungsverträge mit den griechischen Hoteliers wurden schon vor längerer Zeit abgeschlossen. Die Preise stehen fest“, erklärte Unternehmenssprecher Christian Schmicke.

Komme ich in Griechenland noch an Geld, wenn das Land pleitegeht?

Das ist die derzeit interessanteste Frage. Die Griechen haben in der vergangenen Woche große Summen Bargeld von ihren Konten abgehoben – in dieser Woche sind die Banken geschlossen. Das Auswärtige Amt rät Urlaubern, bei einer Griechenland-Reise ausreichend Bargeld mitzunehmen, wenn man nach Griechenland reist. Es könne „in den folgenden Tagen auch bei der Auszahlung von Bargeld an Geldautomaten zu erheblichen Wartezeiten kommen, auch zu Engpässen beispielsweise bei der Ausstattung der Automaten mit Bargeld.“ Wer seine Reise für die kommenden Wochen gebucht hat, sollte sich über Medien informiert halten.

Wären meine Euros wertlos, wenn die Drachme zurückkehrt?

 

Wahrscheinlich nicht. Experten rechnen damit, dass der Euro für eine gewisse Zeit weiter gültig wäre. „Selbst wenn Griechenland als Parallelwährung wieder die Drachme einführt, könnten Urlauber in dem Land vermutlich erst einmal weiter mit Euro bezahlen, wenn sie das wollen“, schätzt Thomas-Cook-Sprecher Christian Schmicke. Auch Tourismusexperte Prof. Volker Böttcher von der Hochschule Harz in Wernigerode sagt: „Es ist unrealistisch, dass Urlauber mit ihren Euros plötzlich nichts mehr bezahlen können.“

Meiden die deutschen Urlauber jetzt Griechenland?


Danach sieht es nicht aus. Zwar zeigte sich der Verband der griechischen Tourismusunternehmen zuletzt besorgt. Doch die deutschen Veranstalter berichten von einer anhaltend guten Nachfrage. Eine Buchungszurückhaltung oder Ablehnung lasse sich nicht erkennen, ließ der Deutsche Reiseverband (DRV) in Berlin wissen. Die Zahl der Buchungen habe sich bei den deutschen Veranstaltern zwischen Januar und Mai auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres bewegt. Auch Flüge nach Griechenland werden weiter gerne gebucht. Laut der Suchmaschine Swoodoo gab es eine minimale Delle Anfang Juni. Doch seit dem 9. Juni stiegen die Suchanfragen kontinuierlich. Mehrere Anbieter haben derzeit Schnäppchen im Angebot.

Kann man den Urlaub stornieren?


Für die Stornierungskosten gibt es keine generellen Pauschalsätze. Die meisten Veranstalter haben in den Reisebedingungen gestaffelte Sätze aufgeführt. Je kurzfristiger vor dem Urlaub die Reise abgesagt wird, desto höher sind meist die Stornogebühren. Wer eine bereits gebuchte Urlaubsreise nicht mehr antreten möchte, sollte sich mit dem Reiseveranstalter in Verbindung setzen und sich über eventuelle Alternativen informieren. Für kostenlose Stornierungen gibt es keine einheitliche Rechtsprechung. Üblicherweise ist sie erst nach einer ausgesprochenen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wegen einer erheblichen Gefährdung möglich. Eine solche Warnung besteht für Griechenland nicht.

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