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PFC-Belastung : Greenpeace: Weltweit chemische Rückstände von Outdoor-Kleidung

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Die Stoffe wurden in Wasser- und Schneeproben nachgewiesen. Greenpeace fordert Verzicht auf polyfluorierte Stoffe.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2015 | 12:22 Uhr

Hamburg | Die Umweltorganisation Greenpeace hat laut einem „Spiegel“-Bericht an vielen touristischen Orten Spuren von umwelt- und gesundheitsgefährdenden per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) gefunden. Die Greenpeace-Mitarbeiter nahmen Schnee- und Wasserproben in entlegenen Gebirgsregionen, etwa im chinesischen Shangri-La-Gebiet, im Altai-Gebirge oder im Torres-del-Paine-Nationalpark in Chile. Laut dem Bericht stießen sie überall auf giftige Überbleibsel menschlichen Konsums.

PFC werden unter anderem bei der Produktion vieler Outdoor-Kleidungsstücke verwendet. Perfluorierte Chemikalien reichern sich in der Nahrungskette an. Einige stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen sowie zu Schilddrüsenerkrankungen führen.

Die Outdoor-Branche sei zwar nicht die einzige, aber eine bedeutende Quelle für die Verunreinigung der Umwelt mit PFC, sagte Manfred Santen, Greenpeace-Chemiker und verantwortlich für die Studie, die die Umweltschutzorganisation nächste Woche vorstellen will.

Greenpeace fordert deshalb den vollständigen Verzicht auf PFC: „Wenn die Outdoor-Industrie Umweltschutz so ernst nimmt, wie sie immer tut, dann muss sie auf all diese Stoffe verzichten.“

Bereits im Dezember 2013 analysierte Greenpeace wetterfeste Kleidung namhafter Hersteller und fand heraus, dass diese noch immer potenziell schädliche Chemikalien ausdünsteten. Bei der Analyse von 15 Outdoor-Jacken und zwei Handschuhen seien alle Proben mit per- und polyfluorierten Kohlenwasserstoffen (PFC) belastet gewesen, teilte Greenpeace damals mit. Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie betonte, dass das Tragen der Produkte die Verbraucher nicht gefährde. Die Hersteller arbeiteten an Alternativen. Doch die Funktionskleidung sei ohne die Chemikalien noch nicht genauso leistungsfähig.

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