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"Love Happens" : Glücklose Tragikomödie

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Der zwischen den Genres lavierende Film langweilt komplett, weil er formal stark mit Stereotypen arbeitet und inhaltlich allzu absichtsvoll wirkt.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2009 | 03:23 Uhr

Gute Absichten führen nicht immer zu guten Ergebnissen - diese Regel trifft natürlich auch im Filmgeschäft zu. Ein menschlich besonders bedauerliches Beispiel dafür ist Brandon Camps Regiedebüt "Love Happens" mit Jennifer Aniston und Aaron Eckhart in den Hauptrollen. Es war nämlich nach dem Tod seiner Mutter vor einigen Jahren, dass Autor Camp begann, sich mit dem Leid von Hinterbliebenen auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit Mike Thompson verfasste er ein Drehbuch über einen Trauer-Guru, der seinen Anhängern neuen Lebensmut verschafft, sich aber selbst nicht helfen kann. Aus der wohlmeinenden Liebesgeschichte hat Camp (39) nun selbst eine platte, uncharmante und langatmige Leinwand-Tragikomödie inszeniert, die auch durch ihre hölzern wirkenden Stars nicht besser wird.
Der erfolgreiche Ratgeber-Autor Burke Preston, den der schneidige Eckhart (41, "The Dark Knight") verkörpert, treibt darin seinen eigenen Werbeslogan auf die Spitze: Gibt dir das Leben Zitronen, kannst du immer noch Limonade daraus machen. So verdrängt der Psychologe sein Unglück und stürzt sich in die Arbeit, nachdem seine Frau bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Als Burke zu einem seiner O-Kay!-Trauerworkshops nach Seattle reist, stößt er im Hotelflur zufällig mit der hübschen Floristin Eloise (Aniston, 40) zusammen, die sich - noch - in glücklicher Beziehung zu einem Rockmusiker wähnt.
Direkte Bilder und bedeutungsschwangere Dialoge
Zwei Menschen sind von einander fasziniert jedoch zum komplett falschen Zeitpunkt. Wie das selbst nicht ganz problemfreie Blumenmädchen dem Mann im Manageranzug hilft, sich den Dämonen von Gestern zu stellen, um für die Zukunft frei zu sein, erzählt der Film in überaus glatten, direkten Bildern und bedeutungsschwangeren Dialogen.
Trotz einiger Seitenhiebe auf das nicht nur in den Staaten florierende Ratgeber-Business sowie Ausflügen in die Screwball-Comedy wie etwa beim Streit zwischen Burke und Eloise in der Herrentoilette: Der zwischen den Genres lavierende, mit obligatorischer Popmusik unterlegte Film langweilt komplett, weil er formal stark mit Stereotypen arbeitet und inhaltlich allzu absichtsvoll wirkt. Und die mangelnde Ausstrahlung der beiden populären Hauptdarsteller können weder Kinolegende Martin Sheen (Bobby) als Schwiegervater noch ein gewisser Rocky, 20-jähriger Filmpapagei - der hier ganz gelassen den Seelenvogel gibt - wettmachen.

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