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Nach Sturm „Herwart“ : „Glory Amsterdam“: Probleme bei Bergung des havarierten Frachters vor Langeoog

vom

Am Montagabend sollte ein Befreiungsversuch gestartet werden, doch die Gezeiten spielen nicht mit.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 15:05 Uhr

Langeoog | Das Havariekommando kann einen vor Langeoog auf Grund gelaufenen Frachter nicht wie geplant am Montagabend bergen. Die Wassertiefe sei zu gering, um das havarierte Schiff wieder flott zu kriegen, teilten die Experten für Schiffsunfälle mit. Ursprünglich sollten Schlepper den 225 Meter langen Schüttgutfrachter „Glory Amsterdam“ mit dem Abendhochwasser von der Sandbank befreien. Nach Angaben des Havariekommandos wird der Bergungsplan jetzt angepasst, weitere Details waren zunächst nicht zu erfahren.

Der grüne Punkt zeigt die „Glory Amsterdam“.

Der grüne Punkt zeigt die „Glory Amsterdam“.

Foto: Screenshot: marientraffic.de
 

Der unbeladene Schüttgutfrachter hatte sich am Sonntag in der Deutschen Bucht wegen des heftigen Sturms mit bis zu sieben Meter hohen Wellen losgerissen. Das Schiff hatte zuvor den Hamburger Hafen verlassen und war in der Nähe von Helgoland auf Reede gegangen. Auf diese Weise können die Schiffe Hafengebühren sparen, sagte Friedrich. Als Reede wird ein Ankerplatz bezeichnet, der vor einem Hafen oder einer Mündung eines Wasserwegs liegt. Das Havariekommando hatte am Sonntag mit Schleppern vergeblich versucht zu verhindern, dass der manövrierunfähige Frachter auf die Sandbank treibt. Doch die Schleppleine riss immer wieder.

Laut Marine Traffic, einer Seite zur Ortung von Schiffen, hat sich das Schiff seit 18.02 Uhr am Sonntag nicht mehr selbstständig bewegt. Der Hochseeschlepper „Nordic“ und das Mehrzweckschiff „Mellum“ des Havariekommandos sind weiterhin vor Ort.

Die „Mellum“ ist hier rot umrandet, die „Nordic“ schwarz.

Die „Mellum“ ist hier rot umrandet, die „Nordic“ schwarz.

Foto: Screenshot: marinetraffic.de
 

Bisher ist die „Glory Amsterdam“, die keine Fracht, aber als Treibstoff gut 1900 Tonnen Schweröl und 140 Tonnen Marinediesel an Bord hat, nicht beschädigt. Auch die 22 Seeleute an Bord sind nicht verletzt.

Am Sonntag seilten sich vier Experten vom Havariekommando von einem Hubschrauber auf den Frachter ab. „Sie sind spezialisiert für den Einsatz auf manövrierunfähigen Schiffen“, sagte Friedrich. „Sie schauen sich unter anderem den Wasserstand und den Tiefgang des Schiffes an.“ Diese Daten sind wichtig für das Bergungsteam im Lagezentrum.

(mit dpa)

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