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"It Might Get Loud" : Gipfel der Gitarrengötter

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Jimmy Page von Led Zeppelin, The Edge von U2 und Jack White von den White Stripes lassen sich im Dokumentarfilm auf die Finger gucken.

Es könnte etwas lauter werden, wenn sich drei große E-Gitarristen zu einem Gipfeltreffen verabreden. Und so heißt der Dokumentarfilm des Oscar-Preisträgers Davis Guggenheim auch passend: "It Might Get Loud". Jimmy Page von Led Zeppelin, The Edge von U2 und Jack White von den White Stripes, drei Könner aus verschiedenen Generationen lassen sich hier auf die Finger gucken.
Es liegt eine seltsame Stimmung über der Zusammenkunft in einer Lagerhalle bei Los Angeles. Wer erwartet, dass hier gerockt wird bis zum Umfallen, wird enttäuscht. Die Herren bleiben wie Politiker bei einem Staatsgipfel ganz cool. Sie verbrüdern sich nicht, sondern belauern eher die Konkurrenten.
Vom herrschaftlichen Anwesen zur Südstaaten-Farm
Näher ran kommt das Team um Guggenheim den Einzelnen bei Reisen an wichtige Orte in ihrem musikalischen Schaffen. Jimmy Page (65) führt das Publikum ins herrschaftliche Haus Headley Grange, wo er "Stairway to Heaven" komponierte. The Edge alias David Howell Evans (48) zeigt den kleinen Studioraum in Dublin, in dem er den typischen U2-Sound schuf. Und Jack White (34) begibt sich in einer Südstaaten-Farm auf einen Trip zu seinen musikalischen Wurzeln, dem urwüchsigen, elementaren Blues.
"Jeder hat seine Maske aufbehalten", bestätigt Regisseur Guggenheim ("Eine unbequeme Wahrheit"). "Diese Distanz hat mich auch etwas überrascht. Ich hab das dann als Teil dieses seltsamen Spiels begriffen, dass Rockstars nun einmal spielen - gerade, wenn sie schon als Mythos gelten." Neben den eher unspektakulären Konzertmitschnitten und den Passagen, die den einzelnen Musikern gewidmet sind, entstehen die spannendsten Momente beim leibhaftigen Aufeinandertreffen der Stars. "Wir haben keinerlei Vorgaben gemacht", sagt Guggenheim. "Das Treffen konnte maximal zwei Tage dauern. Natürlich habe ich darauf gehofft, dass sie wirklich Musik machen, aber ich habe sie nicht darum gebeten."
Die Dynamik der Begegnung vor der Kamera macht den eigentlichen Reiz des Films aus: Page, mit weißen Haaren und der Ausstrahlung eines freundlichen Elder Statesman, übernimmt sanft die Führung. Er wirkt unendlich souverän und gelassen. Seine jüngeren Kollegen White und The Edge wollen sich keine Blößen geben - zeigen sich aber deutlich beeindruckt. Erst am Ende kommt es zu einer Jam-Session, die aber auch von Respekt geprägt ist. Und so zeigt "It Might Get Loud" vor allem eines: Auch Gitarren-Götter sind ausgesprochen menschlich.

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erstellt am 25.Aug.2009 | 05:43 Uhr

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