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Tee trinken : Giftige Inhaltsstoffe: Die Gefahr in der Teetasse

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Wenn draußen der Sturm weht und der Regen an die Fenster peitscht, ist die richtige Zeit für eine Tasse Tee. Doch das Heißgetränk aus dem Beutel ist nicht immer so gesund, wie viele glauben.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2015 | 10:13 Uhr

Kiel | Ein bisschen Zimt, Kamille, Hagebutte oder  Vanille – zum aromatischen Duft eines Kräutertees tragen vor allem die ätherischen Öle bei.  Die Pflanzen bilden diese sogenannten sekundären Pflanzenstoffe zur Abwehr von Schädlingen und Pilzen, zum Anlocken von Insekten, zum Schutz vor UV-Strahlen. Meist sind sie beim Verzehr ungefährlich, doch ein sekundärer Pflanzenstoff kann für Mensch und Tier gefährlich werden: Pyrrolizidinalkaloide, von Biochemikern kurz  PA genannt.

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR), eine Abteilung des Landwirtschaftsministeriums, schlug im Juli 2013 erstmals Alarm:  In handelsüblichen Kräutertee- und Teeproben wurden bis zu 3,4 Milligramm PA pro Kilogramm gefunden. „Diese Gehalte sind zu hoch“, warnte BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel, und verwies auf Tierversuche, bei denen sich einige PA als „genotoxische Kanzerogene“ erwiesen haben. Auf gut Deutsch: Sie können das Erbgut verändern und Krebs verursachen. Außerdem fanden die Biochemiker heraus, dass diese Alkaloide die Leber vergiften und  bei regelmäßiger  Einnahme eine Leberzirrhose verursachen können.

Unter die Lupe nahmen die BfR-Experten Kräuter-, Pfefferminz-, Fenchel- und Babyfenchel-, Brennnessel- und Melissentee. Besonders auffällig waren die Werte in Kamillentee. Allerdings hielt das Bundesamt eine akute Gesundheitsschädigung für Kinder und Erwachsene eher für unwahrscheinlich. Doch  wenn Kinder, Schwangere und stillende Mütter über längere Zeit große Mengen der PA-belasteten Tees trinken, könnten sie gefährdet sein.

Nun hat das Magazin Öko-Test 22 Kräutertees in Teebeuteln untersucht, davon acht Bioprodukte. Veröffentlicht wurde die Studie im Öko-Test-Jahrbuch 2016.  Insgesamt wurden acht Kräutermischungen, sechs Kamillen- und acht Pfefferminztees auf PA und Pestizide untersucht. Das Ergebnis:  Die getesteten Bio-Kräutertees waren allesamt unbedenklich, von giftigen Substanzen waren allenfalls Spuren nachweisbar. Doch von den 14 konventionellen Produkten waren neun mit Pestiziden und/oder PA belastet, so dass sie nur mangelhaft oder sogar ungenügend abschnitten: King’s Crown Kräutertee Feine Kräuter (Rossmann), Meßmer Kräuter Pur,  Teehaus 9 Kräuter (Teehaus) und   Westminster Kamille (Aldi Nord) erhielten von Öko-Test das Urteil „mangelhaft“. Bünting Tee Pfefferminze Classic, Goldmännchen-Tee Pfefferminze, Gut & Günstig Kamille (Edeka), Lord Nelson Pfefferminze (Lidl) und Teekanne Kräuter-Genuss waren ungenügend.

Die Öko-Tester warnen: Bei acht Testprodukten sei die PA-Belastung so groß gewesen, dass beim Verzehr von vier oder mehr Tassen pro Tag die Tagestoleranzwerte überschritten werden könnten.

Die Tipps der Experten:

  •  Den Tee immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen, um Keime abzutöten.
  •  Kräutertees dunkel, trocken und nicht länger als ein Jahr lagern.
  •  Öfter die Teesorte wechseln, um eine dauerhafte Belastung zu vermeiden.
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