Übergriffe in Brandenburg und Dresden : Gewalt gegen Flüchtlinge – Familie entgeht knapp Brandanschlag

Eine Flüchtlingsunterkunft in Dresden. Immer öfter werden Flüchtlinge in Deutschland Opfer feindlicher Gewalt.
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Eine Flüchtlingsunterkunft in Dresden. Immer öfter werden Flüchtlinge in Deutschland Opfer feindlicher Gewalt.

Eine Flüchtlingsfamilie in Brandenburg bemerkt den Brandgeruch gerade noch rechtzeitig. In Dresden flogen Steine auf ein Asylbewerberheim.

shz.de von
27. Juli 2015, 10:30 Uhr

Brandenburg/Dresden | In Brandenburg an der Havel zündeten Unbekannte in der Nacht zum Sonntag vor der Wohnungstür einer aus dem Nordkaukasus stammenden Flüchtlingsfamilie eine mit Brandbeschleuniger getränkte Zeitung an, wie die Polizei mitteilte. Die 24-jährige Mutter von zwei Töchtern im Alter von zwei und fünf Jahren bemerkte den Brandgeruch und weckte ihren 27-Jährigen Mann, der das Feuer löschte. Nach ersten Ermittlungen gelangten die Täter durch den offenen Hauseingang ins Gebäude. Sie entkamen unerkannt.

Am Montag gibt es laut einer Polizeisprecherin noch keine Hinweise auf die Täter und ihr Motiv. In dem Fall ermittelt der polizeiliche Staatsschutz, der für Straftaten mit einem mutmaßlich politischen Hintergrund zuständig ist. „Einen fremdenfeindlichen Hintergrund können wir nicht ausschließen“, sagte die Sprecherin.

Die Tat ereignete sich in einem Mehrfamilienhaus, in dem elf Mietparteien wohnen. Die betroffene Flüchtlingsfamilie lebt seit mehr als einem Jahr in der Stadt.

Im Dresdener Stadtteil Stetzsch gingen in einem Flüchtlingsheim, einem umgebauten ehemaligen Hotel, nach Steinwürfen sechs Scheiben zu Bruch. Die Beamten trafen nach dem mutmaßlich fremdenfeindlich motivierten Vorfall an einer Tankstelle nahe dem Tatort auf 27 Personen und stellten deren Identität fest.

Am Freitagabend waren in Greitz in Thüringen vier syrische Asylbewerber bei einem Angriff verletzt worden. Die Flüchtlinge sprachen laut Polizei eine Gruppe junger Männer an, die daraufhin unerwartet auf die Syrer einschlugen und sie traten. Die Ermittler schließen ein ausländerfeindliches Motiv nicht aus. Die drei Täter im Alter von 18, 23 und 26 Jahren konnten festgenommen werden.

Ebenfalls am Freitag hatte es in Dresden gewalttätige Ausschreitungen bei einer NPD-Demonstration gegen Asylbewerber gegeben.

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