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Nach Anschlag in Berlin : Getöteter Lkw-Fahrer aus Polen wird beigesetzt

vom
Aus der Onlineredaktion

Familie und Freunde nehmen in Stettin Abschied von dem 37-Jährigen. Er hinterlässt eine Frau und einen 17-jährigen Sohn.

Stettin | Der polnische Lastwagenfahrer, der dem Terroranschlag vor Weihnachten in Berlin zum Opfer fiel, wird am Freitag in seiner Heimat beigesetzt. Bei einem Trauergottesdienst in dem Ort Banie bei Stettin (Szczecin) wollen Familie und Freunde Abschied von dem 37-Jährigen nehmen. Fahrerkollegen wollen ihm nach polnischen Presseberichten mit einem Lkw-Konvoi das letzte Geleit geben.

Zu dem Gottesdienst im Ort Banie kommen außer Angehörigen, Freunden und Kollegen auch Staatspräsident Andrzej Duda und die Leiterin der Kanzlei von Regierungschefin Beata Szydlo, Beata Kempa. Anschließend soll Lukasz U. auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt werden. Lukasz U. hinterlässt eine Frau und einen 17-jährigen Sohn.

Der mutmaßliche Attentäter Anis Amri hatte am 19. Dezember den Lastwagen von Lukasz U. in Berlin entführt und als Waffe bei seinem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz missbraucht. Dabei wurden elf Menschen getötet und mehr als 50 verletzt. Der Pole als zwölftes Opfer wurde tot auf dem Beifahrersitz gefunden. Amri wurde Tage später bei Mailand von der italienischen Polizei erschossen.

Der Todeszeitpunkt „waren nicht die Nachmittagsstunden, von denen einige deutsche Medien schreiben“, wurde Aldona Lema von der Staatsanwaltschaft Stettin zuvor vom polnischen Fernsehsender tvn24 zitiert. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, dass der Fahrer schon Stunden vor dem Anschlag einen Kopfschuss erlitten habe.

Die Zeitung hatte sich auf inoffizielle Erkenntnisse deutscher Gerichtsmediziner berufen. Allerdings lässt auch diese Darstellung die Möglichkeit offen, dass der Fahrer noch bis zu dem Anschlag gelebt haben könnte. Bei der Rekonstruktion des Tathergangs gab es die Vermutung, dass der Lkw-Fahrer noch versucht haben könnte, dem Attentäter ins Steuer zu greifen. Polnische Medien feiern ihn nach wie vor als „Heldenfahrer“.

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erstellt am 30.Dez.2016 | 12:42 Uhr

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