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Gedenken am Gymnasium : Germanwings-Absturz: Angela Merkel zu Besuch in Haltern

vom

16 Schüler und zwei Lehrerinnen aus der Stadt starben bei dem Absturz im März. Merkel trifft Mitschüler und Angehörige.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 15:44 Uhr

Haltern am See | Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Haltern am See besucht und die Stadt für den Umgang mit der Trauer gelobt. 18 Opfer des Germanwings-Absturzes kamen aus der Stadt in NRW. „Vielleicht ist Haltern damit ja auch ein Beispiel geworden, wie man in einer so fürchterlich traurigen Situation trotzdem Gemeinschaft zeigen kann“, sagte Merkel am Dienstag bei dem Besuch am Rande des Ruhrgebiets.

Das Germanwings-Flugzeug war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen zerschellt, nachdem der Copilot absichtlich den Sinkflug eingeleitet haben soll. Alle Insassen des Fluges 4U9525 kamen ums Leben. Darunter waren 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern. Bei einer Trauerfeier im Kölner Dom hatte Angela Merkel den Angehörigen versprochen, sie in Haltern zu besuchen.

Die Bundeskanzlerin zeigte sich nach einem Gespräch mit Mitschülern und Angehörigen der im März beim Germanwings-Absturz getöteten 16 Schüler und zwei Lehrerinnen tief beeindruckt. Nach den persönlichen und nicht öffentlichen Treffen im Schulgebäude sprach die CDU-Politikerin noch zu allen Schülern auf dem Schulhof. Als sie an der Erinnerungstafel gestanden habe, sei ihr deutlich geworden, mit wie viel Liebe und Mitgefühl diese Schule mit dem schrecklichen Ereignis umgehe und versuche, damit fertig zu werden.

Die Frage nach dem Warum eines solchen Unglücks könne niemand beantworten, sagte Merkel. Sie sei gekommen, weil sie „deutlich machen möchte, dass ich an Sie denke, dass die Bundesregierung an Sie denkt, aber dass auch viele Menschen in Deutschland weiter an Sie denken“.

 

Schulleiter Ulrich Wessel hatte vor dem Merkel-Besuch angekündigt, dass das Gymnasium eine Wanderung zur Unglücksstelle plant. Ein Jahr nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich sollen im Frühjahr trauernde Mitschüler Gelegenheit dazu bekommen. „Diese Schülerinnen und Schüler haben teilweise die besten Freunde verloren“, sagte Wessel am Rande des Besuchstermins. Geplant seien zwei Übernachtungen in den französischen Alpen und eine Wanderung zu dem hochalpinen Unglücksort.

Er geht davon aus, dass seinen Schülern eine solche Gedenkfahrt bei der Trauerarbeit helfen könne. So gebe es auf dem französischen Dorffriedhof eine Stelle, an der 3000 nicht identifizierbare Leichenteile beerdigt seien. „Ich glaube, es ist für die Schüler hilfreich, das zu sehen und auch einen Blick auf die Absturzstelle zu werfen“, sagte der Schulleiter.

Zweieinhalb Monate nach der Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen waren die 16 Schüler, ihre beiden Lehrerinnen sowie 26 weitere Opfer nach Deutschland zurückgebracht worden. Ein Konvoi aus weißen und schwarzen Leichenwagen fuhr nach Haltern.

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