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Nudelmessen haben Schweigepflicht : Gericht erkennt in Kirche des fliegenden Spaghettimonsters keine Weltanschauung

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Brandenburgs Angehörige des Pastafarianismus sind wohl auch in der Revision bauchgelandet in ihrem Streben nach Gleichbehandlung.

Uckermark | Ist die „Spaghettimonster-Kirche“ in Templin (Uckermark) eine Weltanschauung? Darüber berät derzeit das Oberlandesgericht Brandenburg/Havel - und tendiert wohl eher in Richtung Nein. Das jedenfalls deute sich in dem Berufungsverfahren an, sagte Gerichtssprecherin Judith Janik auf Anfrage.

Der Parodieverein „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ sieht sich selbst als Weltanschauungsgemeinschaft und verlangt die gleichen Rechte wie etablierte Kirchen. Vom Auftreten, äußeren Erscheinungsbild und dem geistigen Gehalt der Anschauungen her sähen das die Richter aber anders, sagte die Sprecherin. Es sei auch die Satzung des Vereins berücksichtigt worden, so die Sprecherin weiter. Die Mitglieder wollen sich mit anderen Überzeugungen, die sie als engstirnig ansehen, mit satirischen Mitteln auseinandersetzen. Die Anhänger nennen sich „Pastafari“.

Nach weiteren Beratungen will das Gericht die endgültige Entscheidung am 2. August verkünden. Möglich sind sowohl Zurückweisung als auch Zulassung des Antrages auf Berufung. Der Verein hatte das Land - vertreten vom Landesbetrieb Straßenwesen - verklagt, weil er vier Tafeln aufstellen wollte. Zuvor hatte das Landgericht Frankfurt (Oder) im April 2016 geurteilt, dass es dafür keine wirksame Vereinbarung gebe.

Bis zum Ende des Streits darf der Verein mit Genehmigung der Verwaltung Schilder an anderen Stellen in der Stadt anbringen. Dort wird auch über Städtepartnerschaften von Templin informiert. Eigentlich wollen die „Pastafari“ gleichberechtigt für ihre „Nudelmessen“ an Masten mit der katholische und evangelischen Kirche werben.

Die Religionsparodie der „Spaghettimonster“ wurde vor mehr als zehn Jahren in den USA von Physiker Bobby Henderson gegründet. Pastafarianismus versteht sich als Kritik darauf, dass unter anderem der Kreationismus - die Ablehnung der Evolutionstheorie nach Charles Darwin - immer mehr Anhänger findet.

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erstellt am 07.Jul.2017 | 15:55 Uhr

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