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Pottwale auf Wangerooge : Gefahr für Schaulustige: Wal-Kadaver drohen zu explodieren

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Fundort der zwei toten Pottwale auf der Nordseeinsel Wangerooge ist von den Behörden weiträumig abgesperrt worden. Grund sind mögliche Gefahren durch Verwesungsgase.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 14:36 Uhr

Wangerooge | Die Kadaver der zwei Pottwale, die am Wochenende am Strand der niedersächsischen Nordseeinsel Wangerooge entdeckt wurden, haben sich zu einer Attraktion für Schaulustige entwickelt. Doch damit ist nun erstmal Schluss: Wie der NDR berichtet, sperrten die zuständigen Behörden des Nationalparks Wattenmeer den Bereich weiträumig ab. Der Grund: In den Körpern der toten Tiere könnten sich große Mengen Gas sammeln. In der Folge wären Explosionen denkbar, die für Menschen gefährlich sein könnten.

Tote Pottwale wurden auf Wangerooge nach Aussage des Bürgermeisters der Insel, Dirk Lindner, noch nie angespült. Die Tiere sind in der Nordsee sehr selten anzutreffen. Vermutlich haben sie sich verirrt. Die Entsorgung der viele Tonnen schweren Körper ist keine einfache Aufgabe. 

„Die beiden Kadaver drohen uns um die Ohren zu fliegen“, so Lindner. In den beiden Körpern „blubbere“ es inzwischen gewaltig. Durch den Verwesungsprozess seien die Kadaver stark aufgegast, bestätigte auch Mathias Heckroth von der Natur- und Forschungsgemeinschaft Mellumrat. „Die Kadaver können deshalb platzen.“

 

Die toten Pottwale sollen aufs Festland gebracht werden. Dort muss das Fleisch von den Kadavern genommen werden. Dann werden die Tiere präpariert und die Skelette wieder zusammengefügt, sagte Lindner am Montag. Die Chancen stünden gut, dass eines der Skelette wieder auf die Insel komme. Zuständig für den Abtransport ist das Land Niedersachsen, da die zwölf und 13 Meter langen Tiere auf dem Gebiet des Nationalparks Wattenmeer angeschwemmt wurden.

Berichte über die Explosion toter Wale an Stränden gibt es immer wieder. Nach einem ersten Bericht aus den 1970er Jahren galt das Phänomen lange Zeit als sogenannte Urban Legend, als modernes Schauermärchen. Inzwischen ist das Aufgasen von angeschwemmten Walkörpern aber mehrfach bestätigt und dokumentiert worden. So zeigt ein Video aus dem Jahr 2013, wie bei der Obduktion durch einen Wissenschaftler auf den Farörer Inseln Gase explosionsartig aus einem Wal-Kadaver entweichen.

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