Umschlag mit verdächtigen Drähten : Gefährliches Päckchen in Berliner Bank – Polizei untersucht Inhalt

Paketbombe
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Experten der Polizei entschärften den Umschlag im Din-A4-Format mit Hilfe eines Roboters.

Die Versandtasche enthielt eine Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver. Der Inhalt hätte Menschen verletzen können.

shz.de von
13. Januar 2018, 13:23 Uhr

Berlin | Experten des Brandenburger Landeskriminalamts untersuchen das Päckchen, wie Polizeisprecher Torsten Herbst am Sonnabend auf Anfrage sagte. Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang des Berliner Falls mit den Paketbomben aus, die zuvor in Potsdam und Frankfurt (Oder) gefunden worden waren. Der Paketdienstleister DHL wurde um eine Millionensumme in der Digitalwährung Bitcoin erpresst.

Die Spurenauswertung des am Freitag entdeckten Umschlags läuft am kriminaltechnischen Institut in Eberswalde. Herbst sagte, er rechne noch nicht mit einem Ergebnis am Wochenende. Zugleich betonte er: „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass es sich um einen regionalen Täter oder um regionale Täter handelt.“

Am Freitag war in einer Bankfiliale in Berlin eine Versandtasche mit einer Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern aufgetaucht.  Der Umschlag im DIN-A4-Format habe „pyrotechnisches Material“ enthalten. Das sei zwar explosionsfähig, aber nicht so gefährlich und hochexplosiv wie Plastiksprengstoff oder Dynamit, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Er betonte aber auch: „Dieser Brief und der Inhalt hätte Menschen verletzen können.“ Nach dpa-Informationen gibt es bei der Bauart Ähnlichkeiten zu den früheren Paketbomben.

Gegen 11.30 Uhr wurde der Umschlag von einem Post-Briefträger in der Bank in der Schloßstraße in Steglitz abgegeben. Als ein Bankangestellter ihn öffnete, sah er Drähte und alarmierte die Polizei. Das komplette Bank- und Wohngebäude sowie die direkte Umgebung an der beliebten Einkaufsstraße wurden geräumt und stundenlang abgesperrt. Mehrere Buslinien wurden umgeleitet.

Experten der Polizei entschärften den Umschlag im Din-A4-Format am Freitagnachmittag. Eingesetzt wurde dabei auch ein Roboter.
Foto: Georg Moritz/dpa

Experten der Polizei entschärften den Umschlag im Din-A4-Format am Freitagnachmittag. Eingesetzt wurde dabei auch ein Roboter.

 

Schaulustige säumten das Absperrband der Polizei. Kriminaltechniker entfernten die sichtbare Zündvorrichtung. Anschließend untersuchte ein Sprengstoffroboter, gesteuert von Spezialisten der Polizei in Schutzanzügen, die Versandtasche. Das gefundene Pulver müsse noch genauer analysiert werden, sagte Neuendorf. Die Kripo untersucht nun, ob sich Fingerabdrücke oder DNA-Spuren finden lassen, um einen Absender zu identifizieren. Der Umschlag wurde nach Angaben der Polizei zum Sprengplatz Grunewald gebracht. Kurz nach 16.00 Uhr wurden die Sperrungen auf der viel befahrenen Straße wieder aufgehoben.

Eine DHL-Sprecherin sagte am Sonnabend mit Blick auf den Fund in Berlin: „Wir arbeiten eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen und unterstützen sie, wo wir können. Aber wir können und möchten das nicht kommentieren.“  Die Brandenburger Polizei ist auch in dem Berliner Fall federführend. Die Sonderkommission „Quer“ beim LKA mit 50 Ermittlern fahndet nach dem oder den Verantwortlichen der DHL-Erpressung.

Nach früheren Angaben waren mehr als 220 Hinweise eingegangen. Laut Herbst wurden seit dem Fund der Paketbombe in Potsdam am 1. Dezember bis zum Jahresende 40 verdächtige Pakete gemeldet, unter anderem sorgte ein Vibrator in einem Briefkasten für einen Fehlalarm. Alle hätten sich als harmlos herausgestellt - bis Freitag dann der gefährliche Umschlag in Berlin auftauchte.

In Potsdam war in der Nähe des Weihnachtsmarktes eine Paketbombe in einer Apotheke abgegeben worden. In der Sendung entdeckten die Ermittler neben einem sogenannten Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief. Damit sollten von dem Paketdienstleister DHL mehrere Millionen Euro erpresst werden.

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