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Proteste in Hamburg : Gabriel: G20-Treffen künftig in New York

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Der Außenminister ist der Meinung, dass das UN-Gebäude der beste Ort für die Gipfel ist - allein aufgrund der Symbolik.

Berlin | Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angeregt, die G20-Treffen regelmäßig in New York stattfinden zu lassen. Das wäre ein „großer symbolischer Schritt nach vorn“, sagte er am Donnerstag im Deutschlandfunk. Denn in der Stadt befindet sich auch der Sitz der Vereinten Nationen (UN).

Zum G20-Treffen am Freitag und Samstag werden in Hamburg mehr als 100 000 Gegendemonstranten erwartet - darunter bis zu 8000 gewaltbereite.

Die Frage sei doch, ob man dieses Treffen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, die nur einen Teil der Welt repräsentieren, nicht viel stärker in die UN einbinden müsse, sagte Gabriel. Viele Staaten fühlten sich ausgegrenzt.

Gabriel und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wollen laut „Bild“-Zeitung ein Papier vorstellen, in dem sie sich dagegen aussprechen, G20-Konferenzen in Großstädten des Landes mit dem jeweiligen Vorsitz auszurichten. Stattdessen sollten die Gipfel künftig im UN-Gebäude in New York stattfinden.

Mit Blick auf die enormen Kosten und das massive Aufgebot an Sicherheitskräften beim G20-Gipfel in Hamburg sagte Gabriel: „Die Städte sind natürlich bei solchen Veranstaltungen belastet, durch den Einsatz eines riesigen Aufgebots von Sicherheitskräften. Das müssen Demokratien im Zweifel schaffen. Entscheidender sei jedoch, dass man durch eine regelmäßige Austragung in New York zeige: „Uns sind die Vereinten Nationen wichtig.“ Gabriel sieht darin eine Chance, dass die Absichtserklärungen nach Abschluss der Gipfeltreffen verbindlicher werden. „Auch das würde bei den Vereinten Nationen eher gelingen.“

Der Außenminister verteidigte den Gipfel auch gegen Kritik. „Es gab selten eine Zeit, in der dieses Treffen so wichtig, so nötig war wie heute“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er finde es zwar entsetzlich, dass solche Treffen nur noch unter riesigem Sicherheitsaufgebot stattfinden könnten. Aber der Dialog der G20 sei für die Welt überlebenswichtig. Außerdem sei die Bundesrepublik dafür der richtige Gastgeber: „Wir werden weltweit als ehrlicher Vermittler geschätzt und respektiert“, sagte er.

Mit US-Präsident Trump kündigte Gabriel einen selbstbewussten Umgang an. „Wir wollen keine Konfrontation mit den USA. Im Gegenteil“, sagte Gabriel. „Aber wir dürfen auch nicht unterwürfig daher kommen. Sondern selbstbewusst und klar.“ Thematisch im Fokus stehen die großen Krisen der Welt: etwa der Streit um die Handelspolitik und den Klimaschutz, die Konflikte in Syrien, am Persischen Golf, in der Ukraine und mit Nordkorea.

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erstellt am 06.Jul.2017 | 11:29 Uhr

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