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Neue Vergewaltigungsvorwürfe : Frau weg und entlassen: Film-Mogul Harvey Weinstein geht unter

vom
Aus der Onlineredaktion

Einer der mächtigsten Filmbosse Hollywoods wird erdrückt von den Vorwürfen. Warum erst jetzt?

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 12:49 Uhr

Los Angeles | Der Fall Harvey Weinstein wird zum Pulverfass für den Film-Mogul. Inmitten der Vorwürfe über jahrzehntelangen Missbrauch von Schauspielerinnen hat sich nun auch Ehefrau Georgina Chapman (41) von dem 65-jährigen Weinstein getrennt. Das berichten verschiedene US-Medien übereinstimmend, Sie leide mit allen Frauen, die „nach diesen unverzeihlichen Aktionen“ unermesslichen Schmerz erlitten hätten, zitierte unter anderem das Magazin „People“ aus einer Erklärung Chapmans.

Zahlreiche weitere prominente Weggefährten warfen dem Produzenten am Dienstag (Ortszeit) unter anderem sexuelle Belästigung vor. In Hollywood sollen die Übergriffe ein offenes Geheimnis gewesen sein, nicht wenige vermuten, dass der Skandal sich noch auf weitere Personen ausweitet. Im Fall Weinstein melden sich immer mehr Promis zu Wort, die angeben, von ihm belästigt oder missbraucht geworden zu sein.

Weinstein habe sie als 22-Jährige angefasst und massieren wollen, sagte Schauspielerin Gwyneth Paltrow der „New York Times“. Sie habe sich aber geweigert. Asia Argento, die angibt, von Weinstein zum Oralsex gezwungen worden zu sein, untermauerte ihre Vorwürfe mit einem Film-Tweet.

Auch ihre Kollegin Angelina Jolie berichtete von einer „schlechten Erfahrung“ mit Weinstein in ihrer Jugend. „Als Ergebnis habe ich mich entschieden, nie wieder mit ihm zu arbeiten, und andere vor ihm zu warnen. Dieses Verhalten gegenüber Frauen ist in jeder Branche und in jedem Land inakzeptabel.“

Auch die frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zeigte sich augewühlt. „Ich war schockiert und entsetzt von den Enthüllungen“, teilte Clinton (69) über ihren Sprecher auf Twitter mit. Weinsteins Verhalten könne nicht hingenommen werden. „Ihr Mut und ihre Unterstützung anderer ist entscheidend dabei, derartiges Verhalten zu beenden.“

Weinstein hatte US-Demokraten in verschiedenen Wahlkämpfen nach CNN-Angaben insgesamt Zehntausende Dollar gespendet. Darunter waren neben Hillary Clinton und Ex-Präsident Barack Obama auch Senatoren wie Elizabeth Warren und Chuck Schumer. Einige Senatoren kündigten nach den Enthüllungen an, Spenden Weinsteins für wohltätige Zwecke zu spenden.

 

Zuvor waren bereits Weggefährten wie Meryl Streep, George Clooney, Lena Dunham, Judi Dench, Kate Winslet, Mark Ruffalo und Christian Slater auf Distanz zu Weinstein gegangen. Die Frauenrechtsanwältin Gloria Allred forderte Weinstein am Dienstag auf, an einem Mediationsverfahren teilzunehmen. „Wenn er ein Verfahren zulässt, das Gerechtigkeit möglich macht, würde ihm das sehr dabei helfen, seinen Ruf zu reparieren“, sagte Allred bei einer Pressekonferenz in Los Angeles.

Nach Berichten der „New York Times“ soll der einflussreiche Produzent jahrzehntelang junge Talente und Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und mit Abfindungen zum Schweigen gebracht haben. Weinstein hatte daraufhin erklärt, eine Auszeit nehmen zu wollen. Am Sonntag erhielt er von seinem Filmstudio The Weinstein Company (TWC), das er zusammen mit seinem Bruder Bob gegründet hat, die Entlassung.

Der ältere Weinstein-Bruder Harvey hatte mit seinem Bruder Bob 1979 das Studio Miramax gegründet. 1993 veräußerten sie das Unternehmen an Walt Disney Co., führten es aber aktiv weiter. Im Jahr 2005 gründeten die beiden eine neue Firma, The Weinstein Company (TWC). An dieser hielten sie zuletzt einen Anteil von 42 Prozent.

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