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"Wenn wir zusammen sind" : Französisch flirten in der Frosch-Allee

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Die Bestseller-Verfilmung von Marc Levys "Wenn wir zusammen sind" bleibt leider an der Oberfläche und an Klischees hängen

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2009 | 04:54 Uhr

Als Schriftsteller ist Marc Levy ein Garant für internationalen Erfolg. Immerhin verkauften sich die Romane des Franzosen weltweit mehr als 13 Millionen Mal, seine romantischen Geschichten wurden in 38 Sprachen übersetzt. Da liegt es nahe, zumindest einige der Werke auf die Kinoleinwand zu bringen. Schon sein Debüt "Solange du da bist" wurde mit Reese Witherspoon erfolgreich verfilmt. Nun folgt auch Levys jüngstes Werk "Wenn wir zusammen sind". Unter der Regie von Levys Schwester Lorraine suchen und finden darin zwei Franzosen in London die große Liebe. Die Bestseller-Verfilmung hat zwar durchaus Charme, bleibt aber leider arg an der Oberfläche und an Klischees hängen.

Mathias (Vincent Lindon) und Antoine (Pascal Elbé) kennen sich schon lange und sind eng befreundet. Allerdings lebt Antoine mittlerweile in London und überredet Mathias schließlich, zu ihm zu ziehen. Die beiden alleinerziehenden Väter gründen eine Männer-WG, um über ihre gescheiterten Beziehungen hinweg und endlich wieder im Leben anzukommen. Die Zeichen dafür stehen gut: Ihre beiden Kinder verstehen sich prächtig, Buchhändler Mathias kann in der Metropole eine französische Buchhandlung übernehmen, und der korrekte Antoine stellt zur Sicherheit noch ein paar Regeln auf, die den häuslichen Frieden sichern sollen.
Liebe in der Frosch-Allee

Darunter findet sich auch die Vereinbarung "Keine Frauen im Haus" - was erwartungsgemäß schon bald zu Konflikten führt. Denn Mathias verliebt sich in die französische Journalistin Audrey (Virginie Ledoyen) und ist von nun an kaum zu Kompromissen bereit.

Spannend ist dabei vor allem das Leben der französischen Enklave inmitten der englischen Hauptstadt. So gibt es im beschaulichen Westen Londons die sogenannte Frog Alley, also die Frosch-Allee, in der sich ein französischer Laden an den nächsten reiht und wo Französisch die vorherrschende Sprache ist. Schade ist dabei allerdings, dass der Film auf dieses für Außenstehende doch eher ungewöhnliche Detail gar nicht eingeht, sondern einfach Franzosen und ihre Amouren zeigt - die Umgebung wird dabei eigentlich völlig egal.

Stattdessen präsentiert Lorraine Levy einen sehr französischen Film, in dem viel geredet, gegessen und geflirtet wird. Mathias und Antoine krachen mit ihren unterschiedlichen Lebensauffassungen aufeinander, ignorieren sich und finden schließlich mit Hilfe ihrer Kinder und wohl gesonnener Freunde wieder zueinander. Das ist durchaus unterhaltsam und charmant in Szene gesetzt. Allerdings beleuchtet die Regisseurin die wirklichen Beweggründe ihrer Charaktere kaum, so dass diese eher oberflächlich wirken und klischeehaften Wegen folgen. Daher wirkt "Wenn wir zusammen sind" zwar äußerst gefällig, ist aber auch genauso schnell wieder vergessen.

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