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Vor Nestlé-Check in der ARD : #FragNestlé: PR-Aktion auf Twitter führt zu Shitstorm

vom

Blei-Nudeln, Waldrodung und Privatisierung des Trinkwassers: Immer wieder werden schwere Vorwürfe gegen den Lebensmittelkonzern Nestlé erhoben. Der will das Vertrauen zurückgewinnen – doch das geht nach hinten los.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2015 | 15:42 Uhr

In einem „Nestlé-Check“ in der ARD werden am Montagabend Nestlé-Produkte auf eine harte Probe gestellt: Preis und Geschmack werden untersucht und mit der Qualität von Discounterprodukten verglichen. Das scheint der Konzern als Anlass zu nehmen, um sein Image wieder aufzubessern – mit einer PR-Aktion auf Twitter.

Das Unternehmen Nestlé ist der größte Nahrungsmittelkonzern weltweit. Laut Homepage machte das Unternehmen im Jahr 2014 3520 Millionen Euro Umsatz in Deutschland und beschäftigt hierzulande 1205 Mitarbeiter. Nestlé betreibt 447 Produktionsstätten und ist in 194 Ländern aktiv. Die Hauptverwaltung befindet sich in Vevey in der Schweiz.

In dem sozialen Netzwerk fordert der Konzern unter dem eigens gesponsorten Hashtag #FragNestlé die Internetgemeinde dazu auf, sich mit Fragen direkt an den Konzern zu wenden:

Aber die Aktion ging nach hinten los: Bei Twitter entstand in Windeseile ein Shitstorm. User äußern sich kritisch gegenüber dem Konzern:

Auch auf der Homepage sind die Bemühungen des Unternehmens zu erkennen: Nestlé listet unter dem Punkt „Frag Nestlé“ verschiedene Fragen auf, die der Konzern beantwortet. Darunter beschäftigt sich das Unternehmen auch mit der folgenden Frage: „Warum wird Nestlé so häufig kritisiert?“ Das wisse Nestlé selbst nicht so genau und hält sich in seinen Erklärungen zurück: Nestlé gelte immerhin als die Lebensmittelmarke, der Verbraucher in Deutschland am meisten vertrauen würden, heißt es auf der Homepage.

Fehler räumte Nestlé dennoch ein: „Ja, wir haben in der Vergangenheit Fehler gemacht. Aber diese haben wir systematisch korrigiert und das direkte Gespräch mit Kritikern gesucht. Dass wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden, bestätigen uns auch unabhängige Organisationen“, schreibt der Konzern auf seiner Homepage.

Der erste Teil des „Nestlé-Checks“ läuft heute Abend um 20.15 Uhr im Ersten.

Warum steht Nestlé immer wieder in der Kritik?

Der Unternehmensgigant hat schwere Zeiten hinter sich. Mitte Juni erschütterte den Konzern ein neuer Lebensmittelskandal. Der Grund: In Indien wurde Blei in Nestlé-Nudeln nachgewiesen. Das Unternehmen vernichtete daraufhin Nudelerzeugnisse im Wert von fast 45 Millionen Euro. Zuvor wurden Proteste gegen das Nestlé-Produkt Kitkat laut, für dessen Produktion Palmöl verwendet wird. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, dass zur Gewinnung des Palmöls Wälder gerodet werden. Besonders in der Kritik steht aktuell die Privatisierung des Konzerns von Trinkwasser. In Algerien hatte das Unternehmen dem Staat die Wassernutzungsrechte abgekauft. Der Vorwurf: Nestlé würde den freien Zugang zu Trinkwasser verhindern und verkaufe das abgezapfte Wasser später zum vielfachen Preis.

 
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