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Weltblutspendetag 2015 : Fragen und Antworten: Warum die Blutspende so wichtig ist

vom
Aus der Onlineredaktion

In Deutschland werden täglich 15.000 Blutspenden benötigt, doch nur drei Prozent der Bevölkerung spendet Blut.

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2015 | 19:38 Uhr

Der Weltblutspendetag wird jährlich seit 2004 am 14. Juni gefeiert. Es ist der Geburtstag von Karl Landsteiner (1868 bis 1943). Er entdeckte die Blutgruppen. Landsteiner fand heraus, dass die Blutübertragung von unterschiedlichen Blutgruppen zu einer Verklumpung des Blutes führen kann. 1930 erhielt er für seine Erkenntnisse den Nobelpreis in Medizin und Physiologie. Der Tag soll heute aber ebenfalls auf die Bedeutung der Blutspende und das damit verbundene soziale Engagement von Blutspendern aufmerksam machen. Mit vielen Aktionen und Ehrungen soll die Wichtigkeit der Spende ins Gedächtnis der Bevölkerung gerufen werden. Auch das Bundesministerium für Gesundheit appelliert angesichts des Blutspendetages an die Bürger. „Jede einzelne Blutspende ist wichtig, denn sie rettet Menschen das Leben. Blutspenden werden laufend dringend benötigt - auch in der bevorstehenden Urlaubszeit.“ Fragen und Antworten rund um die Blutspende:

Welche Blutspendedienste gibt es in Deutschland?

Ein großer Teil des Blutspendedienstes wird durch das Deutsche Rote Kreuz organisiert. In größeren Städten gibt es überdies private und kommunale Spendedienste. Diese werden zum Beispiel durch Kliniken organisiert. Viele Krankenhäuser verfügen über eine Blutbank. Hier können Spender gegen eine Aufwandsentschädigung Blut abgeben. In der Regel decken die Kliniken so ihren Eigenbedarf an Konserven.

Wie ist das Deutsche Rote Kreuz organisiert?

In Deutschland ist jeder der sechs Blutspendedienste als GmbH organisiert. Es gibt den DRK-Blutspendedienst Nord-Ost (Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein), Mecklenburg-Vorpommern, NSTOB (Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), West (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland), Baden-Württemberg-Hessen und den BSD des Bayerischen Roten Kreuzes.

Täglich führt das DRK 130 Spendetermine durch (43.000 jährlich). Die mobilen Einsatzteams sind in Städten und auf dem Land unterwegs. In Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen werden Blutspendetermine ebenso abgehalten wie in Bussen, bei Veranstaltungen oder direkt an den Standorten des DRK.

200.000 ehrenamtliche Mitarbeiter organisieren die Blutspendetermine. Hinzu kommen über 3800 Ärzte, Krankenschwestern, Chemiker, Biologen, Rettungsassistenten, Laborkräfte, Techniker und Verwaltungsfachleute.

Wie viele Spenden gibt es jährlich und wie viele werden benötigt?

Täglich werden in Deutschland etwa 15.000 Spenden benötigt. Die Blutspendedienste des DRK decken einen Großteil des Bedarfs in Deutschland ab. Daneben sammeln auch Kliniken und private Anbieter Blut. 2014 kamen allein beim DRK 3,7 Millionen Vollblutspenden zusammen - von rund 4,3 Millionen Spenden deutschlandweit. 2011 waren es laut Paul-Ehrlich-Institut noch etwa 4,9 Millionen. Komplett ausgegangen seien die Konserven, die vor allem für Krebspatienten, Unfallopfer, Organtransplantierte, aber auch Ungeborene im Mutterleib gebraucht werden, aber noch nie. Der hohe Bedarf ist eine Folge des medizinischen Fortschritts. Viele Operationen und Transplantationen sind aufgrund der Transfusionsmedizin erst möglich geworden.

Allein der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost führt jährlich mehr als 10.000 Blutspendeaktionen durch. Dabei werden rund 500.000 Vollblutspenden entnommen. Bis zu 40 Entnahmeteams sind täglich im Einsatz.

Welche Blutgruppen gibt es und wie häufig kommen sie vor?

Das Blutgruppensystem ist sehr komplex. Die einfache Einteilung in die Gruppen 0, A, B und AB wird häufig verwendet. In Deutschland haben 41 Prozent die Blutgruppe 0, 43 Prozent die Gruppe A, 11 Prozent die Gruppe B und lediglich fünf Prozent die Blutgruppe AB. Wer Blut der Gruppe AB hat, kann Blut von Spendern aller Blutgruppen erhalten. Problematisch ist die Blutgruppe 0. Wer eine Transfusion benötigt, kann nur von anderen Menschen derselben Blutgruppe eine Spende erhalten.

Der Rhesus-Faktor stellt ein weiteres Blutgruppensystem dar. Er kann entweder positiv oder negativ sein. In Deutschland haben 85 Prozent der Menschen einen positiven RH-Faktor. Sie tragen auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen ein D-Antigen (Rhesus-Faktor). Rhesus-negative Menschen haben dies nicht und bilden Antikörper gegen den Rhesusfaktor-D wenn sie mit ihm in Berührung kommen, zum Beispiel bei einer Bluttransfusion.

Das drittwichtigste System bei Bluttransfusionen sind die Kell-Antikörper. 92 Prozent der Menschen sind Kell-negativ. Damit bei einer Transfusion keine Antikörper gebildet werden, sollten die Empfänger nur Kell-negatives Blut erhalten. 7,8 Prozent der Menschen sind mischerbig Kell-positiv. Sie können sowohl negatives als auch positives Blut bekommen. Die restlichen 0,2 Prozent der Menschen sind reinerbig Kell-positiv. Sie vertragen ausschließlich reinerbig positives Blut, was ein erhebliches Versorgungsproblem aufwirft.

Wann kann ich Blut spenden?

Wer Blut spenden möchte, muss mindestens 18 Jahre alt und 50 Kilogramm schwer sein. Erstspender müssen jünger als 68 Jahre alt sein. Keine Altersobergrenze gibt es bei Menschen, die bereits regelmäßige Spender sind.

Nicht zugelassen werden Menschen, die kurz vorher operiert oder tätowiert wurden. Menschen mit HIV oder Hepatitis und bestimmte Risikogruppen dürfen ebenfalls nicht spenden. Wie häufig man spenden kann, hängt von der Art der Blutspende ab: Während Vollblutspenden nur mit längeren Pausen zwischen der Entnahme möglich sind, kann Blut-Plasma schon nach einigen Tagen erneut gespendet werden.

Wann darf ich nicht spenden?

Es gibt diverse Ausschlussgründe, warum jemand nicht spenden darf. Dies können zum einen Piercings und Tätowierungen sein, die innerhalb der letzten vier Monate gestochen wurden. Zum anderen werden Menschen abgelehnt die oft mit wechselnden Partnern Geschlechtsverkehr haben. Desweiteren sind Drogenabhängigkeit, Tropenaufenthalte innerhalb des letzten halben Jahres oder Personen, die sich zwischen 1980 und 1996 über sechs Monate in Großbritannien aufgehalten haben oder nach dem 1. Januar 1980 dort operiert oder eine Bluttransfusion erhalten haben. So soll ausgeschlossen werden, dass die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit übertragen wird.

Spender können eventuell zurückgestellt werden, sofern sie bei vorübergehenden Erkrankungen bestimmte Medikamente nehmen oder unter Eisenmangel leiden.

Warum dürfen Schwule bislang kein Blut spenden?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Männer, die mit anderen Männern Sex haben, von der Blutspende ausgeschlossen - genauso wie Heterosexuelle mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern oder Prostituierte. Grund sind die höheren Risiken, Infektionskrankheiten über das Blut zu verbreiten. Dies wird von Interessenverbänden kritisiert. Auch von wissenschaftlicher Seite wird diese Regelung als diskriminierend empfunden. In anderen Ländern ist diese Praxis bereits abgeschafft worden. So dürfen in Großbritannien Homosexuelle Blut spenden, sofern sie innerhalb der letzten zwölf Monate keinen Geschlechtsverkehr hatten. Ähnlich verfahren weitere Länder.

Blutspende-Verbot für Schwule: Was sagt der Europäische Gerichtshof dazu?

Der EuGH hat geurteilt, dass ein Blutspende-Verbot für Schwule gerechtfertigt sein kann. Es müsse aber verhältnismäßig sein. Die spannenden Fragen muss nun das Gericht in Straßburg klären, das für den konkreten Fall zuständig ist. So müssen die Richter prüfen, ob die Daten, die von der französischen Regierung zum HIV-Risiko erhoben wurden, belastbar und aktuell sind. Zudem sollen sie untersuchen, ob bessere Testmethoden keine Alternative zum Spende-Ausschluss sein könnten. Auch eine genaue Befragung Spendewilliger zu ihrem Sexualverhalten könnte eine Möglichkeit sein, meint der EuGH.

Was meinen die Betroffenen dazu?

Das EuGH-Urteil lässt zwar viele Fragen offen, betont aber, Schutzvorkehrungen müssten verhältnismäßig sein. Der Lesben- und Schwulenverband begrüßte es dennoch. „Sexuelle Beziehungen zwischen Männern sind nicht per se ein Sexualverhalten mit einem hohen Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten“, erklärte Sprecher Axel Blumenthal. „Ein genereller Ausschluss homo- und bisexueller Männer von der Blutspende ist deshalb nicht gerechtfertigt.“

Der LSVD fordert daher, dass diese Regelung nun überarbeitet wird. Der Verband erinnert an eine Analyse der Bundesärztekammer aus dem Jahr 2013. Damals hatte die Ärztevertretung angeregt, den Dauerausschluss durch eine zeitlich befristete Sperre zu ersetzen.

Ist das HIV-Risiko bei homosexuellen Männern tatsächlich höher?

Ja. In Deutschland entfielen 2013 nach Zahlen des Robert Koch-Instituts drei von vier HIV-Neuinfektionen auf Männer, die Sex mit Männern haben. Insgesamt gab es etwa 3200 Neuinfektionen.

Wird nicht ohnehin jede Blutprobe getestet?

Doch. Das Problem liegt aber im sogenannten „diagnostischen Fenster“. Damit gemeint ist die Spanne zwischen der Infektion und dem Zeitpunkt, zu dem sie sich nachweisen lässt. Wie groß das Fenster ausfällt, hängt vom Einzelfall ab: „Wie bei allen biologischen Vorgängen kann diese Zeitspanne abhängig von der Infektionsdosis, vom Subtyp des Virus, vom Infektionsweg, vom Gesundheitszustand des Infizierten etc. variieren“, erklärt Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland mit zuständig ist für die Sicherheit von Blutspenden. Das diagnostische Fenster kann laut Robert Koch-Institut bis zu acht Wochen betragen.

Wie läuft denn generell eine Spende ab?

Vor jeder Spende wird der Spender auf Tauglichkeit untersucht. Oftmals muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, der Fragen zum Gesundheitszustand (Operationen, Medikamenteneinnahme etc.) beinhaltet. Von einem Arzt wird der Blutdruck und die Pulsfrequenz gemessen. Auch die Körpertemperatur wird gecheckt und der Spender nach Beschwerden oder Erkrankungen befragt. Danach wird der Hämoglobin-Wert (Eisenwert) gemessen. Er wird durch die Abnahme eines Bluttropfens aus der Fingerkuppe oder de Ohrläppchen getestet. Der Hämoglobin-Wert gibt an, wie fähig das eigene Blut ist, Sauerstoff zu transportieren. Die Höhe ist ausschlaggebend für die Zulassung zur Spende. Männer benötigen einen Mindestwert von 13,5 Gramm je Deziliter, Frauen brauchen einen Wert von 12,5 g/dl um spenden zu können.

Ist man als Spender zugelassen, wird zunächst das Einwegbesteck zur Blutentnahme vorbereitet. Es ist daher nicht möglich, sich während einer Blutspende zum Beispiel mit HIV zu infizieren. Der Spender nimmt auf einer Liege Platz, und das Blut über eine Vene, meistens in der linken oder rechten Armbeuge, abgenommen. Zunächst werden einige Blutproben in Röhrchen entnommen, dann wird ein halber Liter Blut in einen Entnahmebeutel gespendet. Das Spenden dauert in der Regel zehn Minuten. Danach muss sich der Körper auf den Blutverlust einstellen, weshalb eine Ruhephase von mindestens zehn Minuten eingelegt werden sollte.

Wichtig ist, dass sowohl vor als auch nach der Spende ausreichend getrunken wird. Auch sollte jeder Spender vor und nach der Blutentnahme eine Kleinigkeit essen.

Gelegentlich kann es nach einer Spende zu Kreislaufproblemen kommen. Während der Spende wird man jedoch von Ärzten überwacht. Eine Spende kann demnach schnell abgebrochen werden, sollte es zu Problemen kommen.

Wie gleicht mein Körper den Blutverlust aus?

Zunächst reguliert der Körper den Kreislauf innerhalb von 20 Minuten. Wer ausreichend trinkt, der hilft dem Körper, den Flüssigkeitshaushalt in 24 Stunden auszugleichen. Zwei Tage nach der Spende haben sich die Proteine im Blutplasma auf ein Normalniveau erholt. Blutzellen werden nach zwei Wochen ersetzt. Der Eisenverlust wird nach etwa acht Wochen vollständig ausgeglichen.

Wie oft darf ich spenden?

Wer gerade Blut gespendet hat, der sollte in der Regel drei Monate nicht spenden. Laut Blutsicherheitsgesetz sind 56 Tage (acht Wochen) zwischen zwei Vollblutspenden festgelegt. Frauen dürfen nur vier Mal im Jahr, Männer sechs Mal spenden.

Kann ich mich durch eine Blutkonserve infizieren?

Jede Blutkonserve wird vor der weiteren Verwendung auf Krankheitserreger untersucht. HIV, Hepatitis B und C sowie Syphilis können durch Tests ausgeschlossen werden. Eine absolute Sicherheit besteht dennoch nicht, da viele Krankheitserreger erst nach einer gewissen Zeit im Blut nachgewiesen werden können. Sich an einer Konserve mit HIV zu infizieren ist allerdings mit einem Risiko von 1:4,3 Millionen sehr gering. Dank moderner Tests können Viren bereits im Frühstadium erkannt werden.

Was passiert mit dem Blut nach der Spende?

Schon während der Spende läuft das Blut in einen geschlossenen Beutel, der mit einer Nährlösung und einem gerinnungshemmenden Mittel gefüllt ist. Im Blutspendezentrum wird durch das Zentrifugieren das Blut in seine Bestandteile aufgetrennt. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutzellen (Leukozyten), die Bluttplättchen (Thrombozyten) und das zellfreie Blutplasma werden dann in Konzentrate aufgeteilt.

Während ein Erythrozytenkonzentrat bei vier Grad rund 42 Tage gelagert werden kann, kann Frischplasma eingefroren werden und ist so zwei Jahre haltbar. Ein Thrombozytenkonzentrat kann bei 22 Grad rund fünf Tage gelagert werden. Die weißen Blutkörperchen werden nicht verwendet.

Wo kommen Blutkonserven zum Einsatz?

Laut Statistik des DRK wurden 19 Prozent der Blutspenden in der Krebstherapie eingesetzt, etwa 16 Prozent im Rahmen der Behandlung von Herzerkrankungen und ebenfalls 16 Prozent bei Magen- und Darmerkrankungen. Nur etwa 12 Prozent der Spenden wird bei Unfallverletzungen zum Ausgleich von Blutverlust verabreicht.

Bekomme ich Geld für eine Spende?

In der Regel nicht. Die Vollblutspenden erfolgen grundsätzlich unentgeltlich. In den meisten Fällen wird nach der Spende ein Buffet oder ähnliches angeboten, an dem sich die Spender stärken können. In den meisten Kliniken kann jedoch auch gegen eine Aufwandsentschädigung gespendet werden. Hier erhält man für die Spende einen kleinen Geldbetrag von etwa 20 Euro.

Wer regelmäßig spendet, wird in Deutschland mit verschiedenen Ehrennadeln ausgezeichnet. Bei 10, 25, 50, 75, 100, 125, 150, 175, 200, 250, 275 und 300 Spenden wird eine Blutspende-Ehrennadel verliehen. Manche Bundesländer folgen einer anderen Einteilung, bei der man bereits nach der dritten unentgeltlichen Spende eine Ehrennadel erhält.

Was ist der Blutspendeausweis?

Seit Januar 2012 werden Blutspendeausweise im Checkkartenformat ausgestellt. Jeder Erstspender erhält seinen innerhalb von vier Wochen nach der Spende. Wer noch einen alten Ausweis besitzt, bekommt ebenfalls einen neuen. Den Ausweis sollte man immer dabei haben, da er im Falle eines Unfalles die nötigen Informationen zur Blutgruppe enthält. Dies kann eine wertvolle Zeitersparnis bringen. Neben den Spenderdaten (Name, Adresse, Blutgruppe etc.) wird auf dem Ausweis auch die Zahl der bisherigen Spenden gespeichert.

Kann ich auch nur Plasma spenden?

Ja. Plasma wird hauptsächlich zur Herstellung von wichtigen Medikamenten benötigt. Patienten die zum Beispiel unter Blutgerinnungsstörungen oder Abwehrschwächen leiden, können so effektiv behandelt werden. Das Blutplasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser und enthält alle wichtigen Substanzen, die im Blut transportiert werden. Derzeit fehlen in Deutschland 200.000 Liter Blutplasma im Jahr, sodass die Lücke bislang nur durch Importe geschlossen werden kann.

Eine Spende dauert zwischen 30 und 45 Minuten. Während der Spende werden die Blutbestandteile direkt getrennt, nur das Plasma wird aus dem Blut entnommen. Etwa 660 Milliliter pro Spende. Rote und weiße Blutkörperchen werden dem Spender wieder in den Blutkreislauf zugeführt. Nach einer Spende ist die nächste Entnahme von Blutplasma erst nach einer Woche möglich. Insgesamt sind maximal 40 bis 44 Spenden jährlich möglich.

Wo finde ich die aktuellen Spendetermine in Schleswig-Holstein?

Die aktuellen Termine finden sich auf den Webseiten der einzelnen Blutspendedienste. In Schleswig-Holstein sind alle Termine in einer Übersicht aufgelistet. Diese finden Sie hier.

Was kostet eine Blutspende von der Entnahme bis zum Patienten?

Das Rote Kreuz bekommt das Blut von den Spendern kostenlos. Krankenhäuser müssen dafür zahlen. Die Kosten je Vollblutspende lagen 2013 beispielsweise beim Blutspendedienst West bei 134,86 Euro. Auf Spenderwerbung, Terminorganisation und Blutentnahme entfielen 80,26 Euro, auf die Laboruntersuchung und Kontrolle 19,63 Euro. Der durchschnittliche Erlös lag je Vollblutspende bei 134,90 Euro. Der Überschuss betrug also vier Cent. „Alle Einnahmen dienen allein der Finanzierung des Blutspendedienstes und der damit verbundenen Arbeit des Roten Kreuzes. Überschüsse werden satzungsgemäß für notwendige Investitionen und Modernisierungen verwendet“, erläutert der Sprecher des Blutspendedienstes West, Heinz Kapschak.

Müssen mehr Menschen Blutspenden?

Ja. Das Deutsche Rote Kreuz sieht die Zahl der Blutkonserven in den kommenden Jahrzehnten knapp werden. „Da die Menschen immer älter werden, wird auch immer mehr Blut für die medizinische Versorgung benötigt“, sagte Kerstin Schweiger, Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost. Mit Aktionen rund um den Weltblutspendertag am 14. Juni wollen die Blutspendedienste gemeinsam neue Spender mobilisieren. Die Masse an Nichtspendern unter den 18- bis 72-Jährigen sei daher ein Puffer, der mobilisiert werden müsse.

Derzeit spenden hierzulande nur wenige Menschen Blut: „33 Prozent könnten, aber im Schnitt tun es nur drei Prozent“, sagt Schweiger. Noch könne der Bedarf an Blutkonserven gedeckt werden.

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